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Weniger Ausgaben auf dem Transfermarkt

Serge Gnabry kehrte aus Hoffenheim zum FC Bayern zurück. Foto: Lino Mirgeler

Serge Gnabry kehrte aus Hoffenheim zum FC Bayern zurück. Foto: Lino Mirgeler

Düsseldorf (dpa) - München kleckert, Dortmund klotzt - die Branchenführer des deutschen Fußballs setzen im Transfersommer auf unterschiedliche Strategien.

Während der im Umbau befindliche BVB in den vergangenen Wochen bereits 73 Millionen Euro in neue Spieler investierte, übte sich Rekordmeister FC Bayern in Zurückhaltung. Im Glauben an die Stärke des eigenen Kaders gab der Meister der vergangenen sechs Jahre bisher keinen Cent aus. «Wir sammeln im Moment ein bisschen Geld ein für den Fall, dass wir nächstes Jahr mehr einkaufen müssen», kommentierte Präsident Uli Hoeneß in einem Sky-Interview die ungewohnte Transferpolitik.

Die Sparsamkeit der Bayern ist mit ein Grund dafür, warum die Gesamtaufwendungen der 18 Bundesliga-Club für neues Personal bisher unter denen des Vorjahres blieben. Im Vergleich zu den Rekordinvestitionen im Sommer 2017 von knapp 600 Millionen Euro wendeten die Vereine mit rund 413 Millionen Euro bisher deutlich weniger auf. Dem stehen Transfererlöse von gut 423 Millionen Euro (Vorjahr: 485 Millionen Euro) entgegen. Das ergaben Berechnungen der Deutschen Presse-Agentur.

Gleich drei der vier teuersten Sommer-Einkäufe leisteten sich die Dortmunder. Profis wie Abdou Diallo (Mainz/28 Millionen Euro), Thomas Delaney (Bremen/20) und Axel Witsel (Quanjian/20) sollen dem Tabellen-Vierten der vorigen Saison helfen, den üppigen Rückstand zu den Bayern zu verkleinern.

Nicht auszuschließen, dass der Revierclub bis zum Ende der Wechselperiode am 31. August weitere Millionen in einen Angreifer investiert. Ein so bemerkenswerter Torjäger wie Pierre-Emerick Aubameyang, der im Winter für knapp 64 Millionen Euro vom BVB zum FC Arsenal gewechselt war, dürfte aber nicht mehr zu finanzieren sein. «Ich muss mich an den Vorgaben des Clubs orientieren. Internationale Topstürmer, da muss man ehrlich sein, sind für Borussia Dortmund zurzeit fast unmöglich zu realisieren», sagte Sportdirektor Michael Zorc.

Dagegen verspürten die Bayern wenig Lust auf Shopping. Der Schalker Leon Goretzka kam ablösefrei, die zuvor verliehenen Renato Sanches (Swansea) und Serge Gnabry (Hoffenheim) kehrten zurück. Diese Zurückhaltung macht Sinn. Schließlich könnten im kommenden Sommer hohe Summen für den Kauf des derzeit nur geliehenen James (Real Madrid) für angeblich 42 Millionen Euro und den wohl schon perfekten Wechsel vom Weltmeister Benjamin Pavard vom VfB Stuttgart für 35 Millionen Euro fällig werden. Zudem laufen die Verträge der Routiniers Franck Ribéry und Arjen Robben aus.

Die diesjährigen Einnahmen aus den Verkäufen von Douglas Costa (Turin/40), Arturo Vidal (Barcelona/18) und wohl auch von Nationalspieler Sebastian Rudy, der mit Leipzig und Schalke in Verbindung gebracht wird, könnten im kommenden Jahr den Spielraum für neue Stars erweitern. Bereits im Januar kommt das für zehn Millionen Euro verpflichtete kanadische Talent Alphonso Davies nach München.

Gleich drei Clubs vermeldeten einen Rekordeinkauf. Mönchengladbach bezahlte 23 Millionen Euro für Alassane Pléa (Nizza), Bremen 15 Millionen für Davy Klaassen (Everton) und Mainz acht Millionen Euro für Jean-Philippe Mateta (Lyon). Der drittteuerste Profi der Leverkusener Clubgeschichte ist Paulinho (Vasco da Gama/18,5). Nicht nur der Coup mit dem brasilianischen Sturmjuwel stimmt Sport-Geschäftsführer Rudi Völler für die neue Saison zuversichtlich: «Es ist uns zum ersten Mal gelungen, solche Spieler wie Julian Brandt, Jonathan Tah und Leon Bailey zu halten. Weil sie gemerkt haben, hier entsteht was.»

Den höchsten Transfererlös erzielte RB Leipzig mit Naby Keita, der für 70 Millionen Euro zum FC Liverpool wechselte. Mehr als die Hälfte dieser Summe reinvestierten die Sachsen für neue Spieler wie Nordi Mukiele (Montpellier/16 Millionen), Matheus Cunha (Sion/15) und Marcelo Saracchi (River Plate/11). Damit rangieren die Leipziger nach Dortmund auf Platz zwei.

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