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HSV-Coach Titz muss liefern - Becker erhöht Druck

Hamburgs Trainer Christian Titz will an der Offensive arbeiten. Foto: Christian Charisius

Hamburgs Trainer Christian Titz will an der Offensive arbeiten. Foto: Christian Charisius

Hamburg (dpa) - Nach drei Punktspielen ohne eigenen Torerfolg mit einem «ziemlich lahmen Derby» zum Abschluss hat Sportchef Ralf Becker beim Hamburger SV den Druck noch einmal erhöht.

«Das Gefühl der Zufriedenheit ist nie gut. Wir müssen die Themen ansprechen und alles dafür tun, dass wir am Saisonende unser Ziel erreichen», betonte der HSV-Sportvorstand nach den 0:0 im Nordderby gegen den FC St. Pauli.

Er weiß: In der aktuellen Verfassung ist der als Ziel ausgegebene sofortige Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga nicht zu realisieren. Trainer Christian Titz wird von Becker zwar noch nicht offen in Frage gestellt, doch es ist keine Frage, dass der 47-Jährige Lösungen finden und Ergebnisse in Form von Punkten liefern muss. Und das zeitnah. Bei bereits fünf Punkten Rückstand auf Spitzenreiter 1. FC Köln ist klar, dass es beim HSV so nicht weitergehen kann.

«Wenn wir in Darmstadt gewinnen, und das müssen wir, dann war es die richtige Reaktion», meinte Becker mit Blick auf die nächste Partie am Freitag. Dass im gegenteiligen Fall erneut die Trainerfrage gestellt wird, ist in Hamburger Medien längst Thema. Ex-Nationalspieler Lewis Holtby («Das macht mich aggressiv, da kriege ich das Kotzen») hatte nach dem St. Pauli-Spiel zwar in einem Wutanfall den in Hamburg immer schnell aufkommenden «Gegenwind» angeprangert und für seinen Trainer Partei ergriffen, doch das allein wird diesen nicht retten. Darmstadt wird zum Gradmesser, danach folgt eine zweiwöchige Punktspielpause, in der nicht nur beim HSV schon öfter Bankpersonal gewechselt wurde.

Titz hat bewiesen, dass er Lösungen finden kann. Nach der 0:5-Pleite gegen Jahn Regensburg hat er es geschafft, mit einem auf 4-2-3-1 veränderten System die Defensive zu stabilisieren. Allerdings ist dem HSV dadurch die Offensiv-Power abhanden gekommen, wie 277 torlose Minuten belegen. «Wir haben uns hinten stabilisiert, bekommen aber vorne nicht die PS auf die Straße», befand Torwart Julian Pollersbeck trefflich. «Aber ich bin sicher, dass wir bald wieder Tore machen.»

«Die Leichtigkeit des Offensivspiels ist verloren gegangen», gab Titz nach der faden Nullnummer im 100. Pflichtspielderby zu. Am Tag danach analysierte er mit seinen Profis den mageren Derby-Auftritt und feilte an den Schwachstellen. Es gab intensive Passspiel-Übungen und ein Überzahlspiel mit Torabschluss, um die zuletzt mangelhafte Spieleröffnung zu verbessern. Man habe Rückschläge einkalkuliert und müsse nun gegensteuern, meinte Titz. «Bis zur zwischenzeitlichen Tabellenführung haben wir schon gezeigt, dass wir Tore schießen können. Wir wissen aber auch, dass wir im Offensivspiel wieder zulegen müssen», sagte der Coach.

Titz, der den HSV mit vielversprechendem Angriffsfußball fast vor dem ersten Abstieg der Club-Geschichte bewahrt hätte, musste feststellen, das es Teams in der 2. Liga vornehmlich vor allem darauf anlegen, das Spiel des Gegners zu zerstören. Und wenn dann als Leistungsträger eingeplante Akteure wie Kapitän Aaron Hunt, Holtby oder Gotoku Sakai weit von ihrer Bestform entfernt sind, dann wird es schwer für ein stark verjüngtes Team, zu Spiel- und Offensivstärke zurückzufinden. Genau daran wird Titz aber letztlich gemessen werden.

© WhatsBroadcast
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