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HSV-Trainer Hecking schimpft: Müssen dreckig werden

War nach der Niederlage beim VfL Osnabrück bedient: HSV-Coach Dieter Hecking. Foto: Friso Gentsch/dpa

War nach der Niederlage beim VfL Osnabrück bedient: HSV-Coach Dieter Hecking. Foto: Friso Gentsch/dpa

Hamburg (dpa) - Trainer Dieter Hecking vom Aufstiegskandidaten Hamburger SV war bedient nach der Pleite beim Aufsteiger.

«Wir haben verdient verloren, weil wir nach zwanzig Minuten gedacht haben, dass wir Primaballerina spielen können», sagte der erfahrene Fußball-Lehrer nach dem völlig verdienten 1:2 beim VfL Osnabrück.

Seit sechs Spielen hat der Fußball-Zweitligist nun nicht mehr in der Fremde gewonnen - das könnte zum Stolperstein werden. «Das ist kein Auswärtsproblem», behauptete Innenverteidiger Rick van Drongelen, räumte aber zugleich ein, dass auf fremden Plätzen die Faktoren Fokus und Wucht, Zweikampfhärte und Absicherung nach hinten nicht wie in Heimspielen vorhanden sind.

Trainer Hecking war erzürnt. «Wir müssen lernen, dreckig zu werden. Wir müssen viel, viel mehr in die Zweikämpfe investieren, als wir das zuletzt in Auswärtsspielen gemacht haben», befand der Coach. Er forderte seine Profis auf, das körperbetonte Spiel des Rivalen mitzugehen. Dass sie das zuletzt nicht getan hätten, sei der Grund, «warum wir im Moment auswärts nicht gewinnen.» Indes vor heimischer Kulisse, meinte Hecking, «spielen wir konzentriert, da sind wir griffig.»

Sportvorstand Jonas Boldt war nach der zweiten Saisonniederlage niedergeschlagen. «Heute waren alle, die auf dem Platz standen, nicht zweitligareif», gestand der 37-Jährige mit entwaffnender Ehrlichkeit. «Heute ist es einfach beschissen.» Auch er grübelt über die Ursachen, warum die Mannschaft in fremden Gefilden Zweikämpfe und Körperkontakt weitgehend meidet. «Es geht so nicht», grollte Boldt.

Als Konsequenz zieht Hecking personelle Veränderungen in Erwägung. Seine Spieler müssten schnellstmöglich lernen. «Wenn sie es nicht lernen, dann müssen wir halt personell verändern. Wir haben genügend Spieler im Kader», betonte er.

Für den Hamburger SV positiv: Er bleibt zumindest bis Sonntag an der Tabellenspitze. Negativ: Der letzte Auswärtssieg datiert vom 25. August. In sieben Spielen daheim holte das Hecking-Team 19 Punkte, das sind 2,71 Zähler pro Partie, in acht Auswärtspartien reichte es dagegen lediglich zu 1,25 Punkten. «Wir sind noch nicht so gut, wie uns alle schon sehen», sagte Hecking.

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