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Hannover 96 stichelt: 1860 darf jubeln

Martin Kind will ein guter Gastgeber sein. Foto: Peter Steffen

Martin Kind will ein guter Gastgeber sein. Foto: Peter Steffen

Nach turbulenten Tagen muss sich Fußball-Zweitligist TSV 1860 München Sticheleien vom nächsten Zweitliga-Gegner gefallen lassen.

Clubchef Martin Kind und der neue Manager Horst Heldt versicherten den «Löwen»-Verantwortlichen, dass sie im Falle eines Torerfolges beim Spiel in Niedersachsen jubeln dürfen. Ohne Konsequenzen. «Ich kann Hasan Ismaik, alle seine Mitarbeiter und die Vorstandschaft nur herzliche einladen, am Samstag unsere Gäste zu sein. Und wenn für die Münchner ein Tor fallen sollte, dann dürfen natürlich alle nach Herzenslust jubeln», sagte Kind in einem Interview des «Münchner Merkur».

Bei der 1:2-Heimpleite der Münchner gegen den FC St. Pauli hatte es dicke Luft auf der Ehrentribüne gegeben, nachdem die hanseatischen Vertreter sich über Treffer und Punkte gefreut hatten. Laut Pauli-Sportchef Andreas Rettig waren Vertreter seines Clubs erst zur Mäßigung aufgefordert worden und später dazu, ihre Plätze zu verlassen und sich umzusetzen. Die Münchner sahen das anders.

«1860 ist ein Kultverein, der perspektivisch in die 1. Liga gehört. Aber ich lese viel. Wenn sich das alles bewahrheitet, ist das mehr als befremdlich und nicht akzeptabel», monierte Heldt. «Bei uns dürfen sie auch in der 91. Minute jubeln und werden nicht von ihren Plätzen verwiesen», sagte Heldt, von 1995 bis 1999 «Löwen»-Profi. Dabei haben die Niedersachsen auch genug eigene Probleme, denn Trainer Daniel Stendel steht schwer in der Kritik.

Die restriktive Medienpolitik der Münchner zu bewerten, sei zwar nicht seine Aufgabe, sagte Kind. «Aber grundsätzlich habe ich dazu eine klare Meinung. Bundesliga-Fußball ist ein öffentliches Produkt. Die Presse hat für den Bundesliga-Fußball eine extrem hohe Bedeutung. Im positiven Sinne - manchmal auch im kritischen Bereich. Das macht ja die Pressefreiheit aus. Deswegen kann ich nur empfehlen, die Spielregeln zu akzeptieren», sagte der Unternehmer.

Die «Löwen» wiesen noch einmal darauf hin, dass «einschneidende Veränderungen» auf dem Weg zu mehr Erfolg notwendig gewesen seien. «Ermöglicht werden sie durch unseren Gesellschafter Hasan Ismaik», sagte Präsident Peter Cassalette.

Ismaik stimmte mit Blick auf die Rahmenbedingungen im deutschen Fußball zurückhaltende Töne an. «Ich habe nicht vor, die 50+1-Regel anzufechten, wie in der Vergangenheit schon mehrmals betont. Unsere Mitglieder haben im Januar 2016 mit einer Mehrheit von 99 Prozent darüber entschieden, dass der Verein keine weiteren Anteile verkauft. Das akzeptiere ich selbstverständlich», sagte er.

Ismaik hatte in der Vergangenheit wiederholt erklärt, dass ihm die 50+1-Regel nicht passt. Diese Regel sorgt dafür, dass Investoren nur in Ausnahmen die Stimmenmehrheit übernehmen dürfen. Für den aktuell auszuschließenden Fall, dass diese Regel entfällt, hatte Ismaik schon Investitionen von 100 oder 200 Millionen Euro in Aussicht gestellt.

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