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Spitzenreiter HSV: Angst vor dem Stolperfaktor

Co-Trainer Merlin Polzin (l) und der HSV-Trainer Daniel Thioune beobachten das Spiel. Foto: Frank Molter/dpa

Co-Trainer Merlin Polzin (l) und der HSV-Trainer Daniel Thioune beobachten das Spiel. Foto: Frank Molter/dpa

Kiel (dpa) - Der Hamburger SV schwankt zwischen Zufriedenheit und Bedenken. Nach dem 1:1 im Spitzenspiel bei Holstein Kiel steht der Tabellenführer der 2. Fußball-Bundesliga bei seinem dritten Rückkehrversuch in die Bundesliga glänzend da.

17 Punkte in sieben Partien, kein Spiel verloren, fünf Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz - unter Trainer Daniel Thioune läuft es. Der Coach warnt jedoch regelmäßig. Die Vokabel Aufstieg steht bei den HSV-Verantwortlichen auf dem Index. Es gehe, wie Thioune stets betont, zuvorderst um die Entwicklung der Mannschaft.

Und genau hier hatte der Beobachter im Nordderby gegen Holstein Kiel Zweifel. Nach Entwicklung sah das nicht aus, was der Spitzenreiter bot. Da wurde dem HSV in der ersten Halbzeit mit Zahlen wie 75 Prozent Ballbesitz und einer starken Passquote geschmeichelt. Zustande kam die scheinbare Überlegenheit aber vordergründig durch ratloses Ballgeschiebe zwischen Verteidigern und Torhüter Sven Ulreich. Weil die Kieler klug die Räume verengten, hatte der HSV Mühe, das Spiel zu eröffnen und vors Tor der Gastgeber zu kommen. Im zweiten Abschnitt stand das Team zumeist gar hinten drin.

Das späte Gegentor in der Nachspielzeit durch den drei Minuten zuvor eingewechselten Joshua Mees (90.+1) ließ böse Erinnerungen wach werden. In der Vorsaison unter Trainer Dieter Hecking waren die Last-Minute-Gegentore eines der größten HSV-Ärgernisse. Einige Punkte waren so liegen geblieben. Auch deshalb misslang der Aufstieg. Könnte das erneut zum Stolperstein für die Hamburger werden?

«Für die letzte Saison kriegen wir nichts. Dafür zahlen wir auch nichts ein», sagte Trainer Daniel Thioune. Soll wohl heißen, dieses Fass will der Coach gar nicht erst aufmachen, um nicht erneut seine Hintermannschaft ins Grübeln zu stürzen. Auch die vergangene Saison hatte ordentlich begonnen. Da waren die Hamburger nach sieben Spielen Zweiter mit 16 Punkten. Vor zwei Jahren waren es nur 13 Zähler auf Platz drei. Das Ende vom Lied ist bekannt: zweimal Vierter, Aufstieg verpasst.

Thioune möchte nicht, dass viel Aufhebens um den bisherigen Aufstiegskurs seines Teams gemacht wird. «Ich habe ja gesagt, dass wir ab und zu noch stolpern. Dieses Remis gehört ebenfalls zu unserem Entwicklungsprozess - daraus müssen wir unsere Lehren ziehen», sagte er über den Auftritt in Kiel. Thioune schafft es, auch nach bitteren Momenten wie dem Pokal-Aus gegen Dresden oder dem späten Ausgleich gegen Kiel die Mannschaft zu motivieren. Torschütze Moritz Heyer sagte schon wenige Minuten nach dem Remis in Kiel: «Wir sind weiterhin ungeschlagen, gehen unseren Weg weiter und werden nach der Länderspielpause auch wieder gewinnen.»

© dpa-infocom, dpa:201110-99-275734/3

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