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Aserbaidschan gefällt die Außenseiterrolle

Robert Prosinecki trainiert die Fußball-Natinalmannschaft von Aserbaidschan. Foto: Audun Braastad

Robert Prosinecki trainiert die Fußball-Natinalmannschaft von Aserbaidschan. Foto: Audun Braastad

Vor der Partie gegen die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gibt sich das Team von Aserbaidschan betont gelassen.

«Das Match gegen Deutschland wird für uns das einfachste Gruppenspiel», sagt Nationaltrainer Robert Prosinecki. Sein aufstrebendes Team nimmt gern die Außenseiterrolle an, wenn es die Weltmeister von Bundestrainer Joachim Löw am Sonntag (18.00 Uhr) zum WM-Qualifikationsspiel in der Hauptstadt Baku empfängt.

Deutschland sei die stärkste Mannschaft der Welt, Favorit in der Qualifikationsgruppe C und bei der WM 2018 in Russland, sagt der 48 Jahre alte Kroate Prosinecki dem Portal inews.az zufolge. «Wir können nur kämpfen, versuchen, unser Bestes zu geben», kündigt er im «Kicker» an.

Der in Deutschland geborene Kroate lernte in seiner Jugend bei den Stuttgarter Kickers. Ruhm erntete der Mittelfeld-Star in den 1990er Jahren unter anderem bei Real Madrid und dem FC Barcelona. «Niemand erwartet von uns Übermenschliches, daher werden wir ganz ruhig spielen. Bei den anderen Gruppenspielen haben wir mehr Druck.»

Aber: Aserbaidschan will bei der WM 2018 unbedingt dabei sein. In der Qualifikation gilt das Team mit sieben Punkten und Platz drei als große Überraschung, und es jagt in der Gruppe C mit den punktgleichen Nordiren Tabellenführer Deutschland. Norwegen schlugen sie 1:0, gegen EM-Teilnehmer Tschechien gelang ein 0:0.

«Viele Fans glauben, dass wir die Endrunde in Russland erreichen», sagt Prosinecki. «Aber so weit sind wir noch nicht». Als eine Schwachstelle sieht er, dass kaum Spieler bei internationalen Clubs sind. Der Kern der Nationalelf spielt bei den zwei Spitzenmannschaften der Südkaukasus-Republik.

Prosinecki hatte seine Truppe 2014 von Berti Vogts übernommen. Sieben Jahre lang war der Ex-Bundestrainer zuvor Chef der Auswahl von Aserbaidschan gewesen. Vogts habe gute Arbeit geleistet, sagt Prosinecki. «Ich konnte von ihm profitieren, weil er viel mit der Defensive gearbeitet hat. Aber wir müssen auch ein bisschen nach vorne denken.»

Im Angriff setzt der Coach auch auf zwei Profis mit Bundesligaerfahrung: Renat Dadashov von Eintracht Frankfurt und Dimitrij Nazarov von Zweitligist Erzgebirge Aue. Für Offensivmann Dadashov dürfte die Partie gegen Deutschland das Debüt im Team werden. Der 17 Jahre alte Dadashov spielte in Junioren-Nationalmannschaften für Deutschland. Erst im Januar hatte ihm die FIFA erlaubt, für seine zweite Heimat anzutreten.

Nazarov sieht in der Begegnung mit Weltmeister Deutschland einen Höhepunkt der Saison. «Ich bin heiß auf dieses Spiel», sagt er der «Wormser Zeitung». Zwar sei Aserbaidschan klarer Außenseiter. Doch: «Jedes Spiel muss erst gespielt werden.»

Die Bilanz spricht indes eindeutig für das Team von Bundestrainer Löw: Viermal spielten Deutschland und Aserbaidschan bisher gegeneinander, immer siegte die DFB-Elf. Zuletzt mit 6:1 und 3:1 in der Qualifikation für die EM 2012.

Trotz der Vorfreude auf die DFB-Stars sorgt der Spielort bei Fans in Baku für Kopfschütteln. Die Partie steigt im Tofig-Bahramov-Stadion - einem Bau aus den 1950er Jahren. Dabei hat sich die autoritäre Führung in Baku mit ihren Milliarden Einnahmen aus dem Handel mit Öl und Gas für die Europaspiele 2015 eine hochmoderne Arena mit fast 70 000 Plätzen zugelegt. Wegen der Vorbereitungen auf die Islamischen Spiele der Solidarität, einem Sportwettbewerb islamischer Staaten, Mitte Mai in Baku wurde das Fußballspiel in das alte Stadion verlegt.

Prosinecki ist aber sicher, dass die Fans dies bei entsprechender Leistung schnell vergessen werden: «Falls wir nicht verlieren, würde Aserbaidschan explodieren.»

Fußballverband Aserbaidschan

© WhatsBroadcast
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