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Heldt hätte größeren Umbruch im Nationalteam erwartet

96-Manager Horst Heldt hätte einen stärkeren Umbruch im DFB-Team befürwortet. Foto: Peter Steffen

96-Manager Horst Heldt hätte einen stärkeren Umbruch im DFB-Team befürwortet. Foto: Peter Steffen

Hannover (dpa) - Manager Horst Heldt vom Fußball-Bundesligisten Hannover 96 und Ex-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger geht der Umbruch im Nationalteam nach dem Vorrunden-Aus bei der WM nicht weit genug.

«Ich hätte mir einen größeren Umbruch gewünscht, bei dem der ein oder andere Perspektiv-Spieler jetzt eine Chance bekommt», wurde Heldt von der «Bild»-Zeitung von einer Veranstaltung in Hildesheim zitiert.

Auch die Auswahl der drei neuen Nationalspieler Kai Havertz (Leverkusen), Nico Schulz (Hoffenheim) und Thilo Kehrer (Paris) kann Heldt demnach nicht nachvollziehen. «Niclas Füllkrug hätte es verdient, jetzt dabei zu sein. Ich verstehe nicht, wieso ein Petersen dabei ist. Der ist 29, Füllkrug 25», sagte Heldt. Der 48-Jährige betonte aber auch, Bundestrainer Joachim Löw grundsätzlich beim Neuaufbau nach dem WM-Fiasko zu vertrauen.

Heldt kritisierte die große Bedeutung des ersten Spiels der neu geschaffenen Nations League am Donnerstagabend gegen Weltmeister Frankreich: «Bei der Einführung wurde sie als nicht so wichtig verkauft. Jetzt ist es plötzlich ganz entscheidend, dieses blöde Spiel gegen Frankreich zu gewinnen - als ob danach nichts mehr kommt.»

Auch der frühere Fußball-Profi Thomas Hitzlsperger hätte mit einem größeren Umbruch gerechnet. «Ich war nicht enttäuscht, ich war überrascht», sagte der ARD-Experte im Interview des SWR 1 Rheinland-Pfalz. «Denn es hat doch einiges darauf hingedeutet, dass es Veränderungen geben wird, massive Veränderungen. Er sei jetzt «gespannt, wie der Bundestrainer dieses Feuer entfachen will, von dem er gesprochen hat. Und das wird schwer genug.»

Der 36-Jährige erwartet vor dem ersten Auftritt in der Nations League gegen Weltmeister Frankreich, dass die Nationalspieler ihre Lehren aus dem Vorrunden-Aus in Russland und der Kritik daran gezogen haben. «Wenn die Spieler es jetzt nicht verstanden haben, dann haben sie auch in der Nationalelf nichts verloren», sagte das Präsidiumsmitglied des VfB Stuttgart.

Die Debatte um den Rücktritt von Mesut Özil hält Hitzlsperger nicht mehr für belastend. «Ich denke, dass das Thema rund um Özil für die Mannschaft jetzt nicht mehr so präsent ist. Dass es der Mannschaft sogar helfen kann, jetzt mehr den Fokus auf das Sportliche zu legen», sagte der frühere Mittelfeldspieler. Özil hatte sich vom Deutschen Fußball-Bund in der Affäre um seine Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan alleingelassen gefühlt und mit seinem Rücktritt eine Rassismus-Debatte ausgelöst.

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