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Adidas-Chef: Übervermarktung könnte Problem werden

Adidas-Chef Kasper Rorsted sieht die Übervermarktung des Fußballs durchaus kritisch. Foto: Ina Fassbender

Adidas-Chef Kasper Rorsted sieht die Übervermarktung des Fußballs durchaus kritisch. Foto: Ina Fassbender

Moskau (dpa) - Adidas-Chef Kasper Rorsted hat vor einer Übervermarktung des Fußballs und einer Verwässerung der Qualität durch zu viele Wettbewerbe und zu viele WM-Teilnehmer gewarnt.

In einem Interview des Magazins «Kicker» sagte der Däne, die Aufstockung der Weltmeisterschaft auf 48 Mannschaften ab 2026 habe die FIFA alleine umgesetzt, «ohne uns zu fragen. Und sie wusste sehr wohl, was unsere Meinung war», sagte Rorsted in Richtung des Weltverbandes. «Wenn alles nur kommerziell wird und nicht mehr emotional, dann schaltet der Fußballfan ab», meinte der Chef des Sportartikel-Herstellers, der einer der wichtigsten und langjährigsten Sponsoren des Weltverbandes ist.

Mit der Erweiterung der Champions League fänden die guten Begegnungen schon heute erst im Frühjahr statt. «Wenn wir da noch etwas obendrauf legen, finde ich das nicht gut», sagte Rorsted auf die Frage nach Plänen zu einer aufgestockten Club-WM mit 24 Teams und einer weltweiten Nations League für Nationalmannschaften. Dafür macht sich FIFA-Präsident Gianni Infantino stark.

Der 56-Jährige plädierte dafür, die nationalen Ligen besser zu machen und dafür in der Bundesliga die 50+1-Regel aufzuheben. Sie schreibt vor, dass Stammvereine der Bundesligisten die Mehrheit von 50 plus einer Stimme in den ausgelagerten Kapitalgesellschaften halten müssen. Dadurch soll der Einfluss von Investoren begrenzt werden. Wenn die Verhältnisse so blieben, sei nicht abzusehen, dass Rekordmeister Bayern München in den nächsten fünf bis zehn Jahren ernsthafte Kokurrenz bekomme, erklärte Bayern-Fan Rorsted.

Die Vergabe der WM 2026 an die USA, Kanada und Mexiko begrüßte er. In Mexiko herrsche eine riesige Fußball-Begeisterung, in Nordamerika bestehe die beste Möglichkeit, den Fußball noch weiterzuentwickeln.

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