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Doppelbürger-Debatte: Xhaka beklagt Steinzeit-Kommentare

Granit Xhaka kritisiert Äußerungen die seine Loyalität zur Schweiz bezweifeln. Foto: Laurent Gillieron/KEYSTONE

Granit Xhaka kritisiert Äußerungen die seine Loyalität zur Schweiz bezweifeln. Foto: Laurent Gillieron/KEYSTONE

Zürich (dpa) - Der frühere Bundesligaprofi Granit Xhaka hat sich befremdet vom Vorschlag gezeigt, künftig keine Doppel-Staatsbürger mehr in Schweizer Fußball-Nationalmannschaften zuzulassen.

Diese Idee hatte Verbandsgeneralsekretär Alex Miescher in mehreren Zeitungen geäußert. In einem Interview der Schweizer Nachrichtenagentur SDA sprach Xhaka von Steinzeit-Kommentaren.

«Ich höre aus seinen Zeilen heraus, dass er Doppelbürgern nicht zutraut, für die Schweiz an die Grenzen zu gehen. Das geht direkt an die Adresse von mir und ein paar anderen mit zwei Nationalitäten», sagte Xhaka. Er verwies darauf, dass 50 bis 60 Prozent der heutigen Schweizer Nationalspieler Doppelstaatsbürger seien, ebenso Auswahltrainer Vladimir Petkovic.

«Sogar unser Chef ist Doppelbürger und gibt Blut und Schweiß für die Nationalmannschaft», sagte Xhaka. «Mit diesem unnötigen Vorstoß hat Alex Miescher viel Stirnrunzeln hervorgerufen, aber auch viele enttäuscht.» Zudem zeigte sich Xhaka verärgert, dass sich der Funktionär kurz nach dem WM-Aus so geäußert habe.

Xhaka und Xherdan Shaqiri haben albanisch-kosovarische Wurzeln und hatten nach ihren Toren zum 2:1 gegen Serbien bei der WM für Aufsehen gesorgt. Mit ihren Händen formten sie den Doppeladler, der die albanische Fahne ziert. Beide erhielten von der FIFA Geldstrafen.

Miescher hatte seinen Vorstoß damit begründet, dass sich viele Nachwuchsspieler im Alter von 21 Jahren gegen Einsätze für die Schweiz entscheiden würden und vorher einen teuren Ausbildungsplatz blockierten. Der Schweizer Fußball-Verband erklärte am Samstag, vom Verband habe sich nie jemand gegen mehrfache Staatsbürgerschaften ausgesprochen und bedauerte den Eindruck, er sei gegen Doppelbürger.

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