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FIFA in Bogotá vor Beschluss für Videobeweis bei WM

Der Videobeweis wird auch bei der WM eingesetzt werden. Foto: Rolf Vennenbernd

Der Videobeweis wird auch bei der WM eingesetzt werden. Foto: Rolf Vennenbernd

Bogotá (dpa) - An der Nutzung des Videobeweises bei der WM in Russland im Sommer gibt es praktisch keine Zweifel mehr. FIFA-Chef Gianni Infantino wird dieses Projekt am 16. März vom Council des Fußball-Weltverbandes genehmigen lassen.

Fraglich ist nur, wie die notwendige Ausbildung der Video-Assistenten im Eiltempo gelingen soll. Mehr Zündstoff könnte zudem die Diskussion um diverse neue Fußball-Wettbewerbe bringen.

Kommt der Videobeweis bei der Fußball-WM im Sommer?

Ja. Davon ist auszugehen. Eine Ablehnung wäre ein große Überraschung und eine herbe Pleite für FIFA-Boss Gianni Infantino. Der Schweizer hat das Projekt vorangetrieben. Er wird sich von den Kollegen im Council nun sicher nicht vom letzten Schritt abhalten lassen.

Gibt es überhaupt keine skeptischen Stimmen mehr?

Klare Kritik am Video-Projekt gibt es nicht. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hält das System noch nicht für ausgereift und verzichtet auf einen Einführung in der Champions League. Die WM-Nutzung wird der Slowene aber weder verhindern können noch wollen.

Was sagen die deutschen Fußball-Funktionäre?

Karl-Heinz Rummenigge ist ein großer Fan des Videobeweises. Auch Liga-Chef Christian Seifert ist für die Technikhilfe für Referees. DFB-Präsident Reinhard Grindel sitzt im Council und wird auch für die Einführung votieren, sofern Infantino eine effektive Turbo-Ausbildung für die Video Assistant Referees (VAR) garantieren kann. «Wir brauchen eine klare Kommunikation zwischen Schiedsrichtern und Video-Assistenten. Und wir brauchen eine klare Kommunikation für die Zuschauer im Stadion und die Fans am Fernsehgerät», fordert Grindel.

Wie soll die praktische Umsetzung funktionieren?

Der kolumbianische Schiedsrichter-Funktionär Oscar Ruiz sprach von einem Einsatz der VAR in Köln. Die FIFA widersprach und möchte die Assistenten in Moskau platzieren. Gänzlich vom Tisch ist die Nutzung der deutschen Infrastruktur aber noch nicht. Auch Infantino weiß seit dem Video-Durcheinander beim Confed Cup, dass Erfahrung zählt.

Kommen jetzt ganz viele deutsche Referees zum WM-Einsatz?

«Die Qualifikation ist entscheidend, nicht die Konföderation, aus der ein Video-Assistent kommt», machte Grindel klar. Referee Felix Brych und seinen Linien-Assistenten Mark Borsch und Stefan Lupp gelten für die WM als gesetzt. Da aber erfahrene VAR gefragt sind, könnten in der Bundesliga bewährte Schiedsrichter wie Felix Zwayer oder Bastian Dankert vor den Bildschirmen zum WM-Einsatz kommen. Die FIFA wird im Alltag erprobte VAR aus Deutschland, Italien und England rekrutieren.

Was hat es mit der aufgeblähten Club-WM auf sich?

Unter Tagesordnungspunkt 8 diskutieren die Council Mitglieder über die «Strategie für FIFA-Club-Wettbewerbe». Konkret möchte Infantino die Club-WM auf ein Sommerturnier für 24 Teams umstrukturieren. So könnte der klamme Weltverband mit einem weiteren Wettbewerb Kasse machen. Die dann für einen weiteren Sommer gebuchten Top-Clubs haben schon protestiert.«Ich muss offen und ehrlich sagen, ich sehe langsam die FIFA und die UEFA in einer Situation, die, ich muss fast sagen, schamlos und aggressiv, die Gesundheit der Spieler gefährdet», beschwerte sich Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Was steckt hinter der Global Nations League?

Die UEFA hat sich in Sachen Club-WM auf die Seite ihrer Vereine geschlagen und will die Aufblähung verhindern. Allerdings verfolgt Ceferin ein eigenes Projekt, nämlich die Ausweitung der Nations League zu einem weltweiten Event im Mini-WM-Format. Das wiederum kann Infantino nicht gefallen, da es eine Konkurrenz auch um Werbe- und TV-Millionen zur richtigen WM darstellen würde. Auf der Bogotá-Agenda steht das Projekt offiziell noch nicht, aber diskutiert wird zumindest hinter den Kulissen.

Was hat Infantino noch alles vor?

Eine globale Frauen-Liga und eine Umstrukturierung der Jugend- Weltmeisterschaften hat der FIFA-Chef im Blick. Statt U17- und U20-Weltmeisterschaften soll es künftig ein jährliches Jugend-Event mit 48 Mannschaften geben mit einem Alterslimit bei 18 Jahren. Das wäre dann die Blaupause im Jugendbereich für Infantinos Mammut-WM, für deren erste Auflage 2026 am Freitag die Frist zur Einreichung der Bewerbungsunterlagen der Kandidaten aus USA/Mexiko/Kanada und Marokko abläuft.

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