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Unruhiger Jahresstart beim DFB - «Showdown» im Januar?

Hat einige Baustellen in seinem Verband: DFB-Präsident Fritz Keller. Foto: Arne Dedert/dpa

Hat einige Baustellen in seinem Verband: DFB-Präsident Fritz Keller. Foto: Arne Dedert/dpa

Berlin (dpa) - Der Deutsche Fußball-Bund kommt auch im neuen Jahr nicht zur Ruhe. Einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» zufolge muss sich der krisengeschüttelte Verband mit einem weiteren  Steuerverfahren auseinandersetzen.

Hinzu kommt der weiterhin schwelende Konflikt im engsten Führungskreis zwischen DFB-Präsident Fritz Keller und Generalsekretär Friedrich Curtius, der laut DFB «gemeinsam und vertrauensvoll» im Januar ausgeräumt werden soll - offen ist, ob im Anschluss noch beide im Amt sind. Die «SZ» schreibt vom bevorstehenden «Showdown».

Ende des Monats soll zudem laut der «Bild am Sonntag» der Untersuchungsbericht der externen Ermittler des Beratungsunternehmens Esecon zum Sommermärchen-Skandal vorgestellt werden. Keller hatte im dpa-Interview im vergangenen Jahr geäußert, dass es «etwas Neues» geben werde, die Aufklärung sei «ganz nah».

Vor fast fünf Jahren, im März 2016, hatte der Bericht der Kanzlei Freshfields zu den Vorgängen der Heim-WM 2006 viele Details, aber nicht alles entscheidende Beweise geliefert.

Keller hatte sich in seinem ersten Jahr als DFB-Präsident weit vorgewagt mit dem Willen, erneut aufklären zu wollen. Das und die internen Querelen scheinen miteinander verwoben. Helfen würden dem Verband letztendlich nur wirklich erhellende Erkenntnisse zu den dubiosen Millionenzahlungen vor fast 20 Jahren. Laut «Bild am Sonntag» sind diese durch Esecon derzeit nicht zu erwarten.

Es bleiben schwierige Tage beim DFB. Vor Weihnachten sollen sich Steuerermittler gemeldet haben. Es soll um die Versteuerung von Sachzuwendungen durch den langjährigen Großsponsor Adidas gehen. Der DFB betonte auf Anfrage, es bestünden keine «Anhaltspunkte für ein steuerstrafrechtlich vorwerfbares Verhalten». Die Eröffnung eines Verfahrens wurde nicht bestätigt. Ein neu eingeführtes System zur steuerlichen Fehlerprävention habe lediglich «Ende letzten Jahres eine mögliche Fehlerquelle aufgezeigt», woraufhin der DFB eine Mitteilung ans zuständige Finanzamt geschickt habe.

Im Oktober 2020 waren in einem anderen Fall die Geschäftsräume des DFB sowie Privatwohnungen mehrerer Funktionäre von Steuerfahndern während einer öffentlichkeitswirksamen Razzia durchsucht worden. Dabei ging es um die Besteuerung der Einnahmen aus der Bandenwerbung bei Heimspielen der Nationalmannschaft in den Jahren 2014 und 2015. Der DFB sei einer Besteuerung in Höhe von etwa 4,7 Millionen Euro entgangen, hatten die Ermittler mitgeteilt.

In dem neuen Fall geht es der «SZ» zufolge um «unkorrekte Angaben» in Lohnsteuer-Anmeldungen sowie in Körperschafts- und Gewerbesteuererklärungen von 2015 bis November 2020. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft kommentierte den Bericht auf Anfrage der Zeitung nicht, der DFB soll vorsorglich einen hohen Betrag an das Finanzamt überwiesen haben.

Der DFB bestätigte, dass vorsorglich «nach Information des Präsidiums eine Nachmeldung auf Basis einer Maximalbetrachtung an das Finanzamt» erfolgt sei. «Ob und in welcher Höhe überhaupt Steuern nachzuzahlen sind, ist noch zu prüfen», teilte der Verband mit.

© dpa-infocom, dpa:210110-99-964350/2

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