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EM-Silber für Pamela Dutkiewicz über 100 Meter Hürden

Silbermedaillengewinnerin Pamela Dutkiewicz (l) jubelt mit Cindy Roleder, die Bronze über 100 Meter Hürden holte. Foto: Michael Kappeler

Silbermedaillengewinnerin Pamela Dutkiewicz (l) jubelt mit Cindy Roleder, die Bronze über 100 Meter Hürden holte. Foto: Michael Kappeler

Berlin (dpa) - Das erhoffte Gold ist es nicht geworden, dafür aber ein Medaille-Double. Die Wattenscheiderin Pamela Dutkiewicz hat bei der Leichtathletik-EM in Berlin die Silbermedaille über 100 Meter Hürden gewonnen.

In 12,72 Sekunden war sie fünf Hundertstelsekunden schneller als Titelverteidigerin Cindy Roleder vom SV Halle, die mit Bronze zufrieden sein musste. An der neuen Europameisterin kam das Duo nicht heran: Die Weißrussin Elvira Herman kam in starken 12,67 Sekunden ins Ziel. Ricarda Lobe aus Mannheim landete in 13,00 Sekunden auf Rang fünf.

Nach vielen Hindernissen in ihrer Hürden-Karriere feierte Pamela Dutkiewicz einen ihrer größten Erfolge. «Ich bin so dankbar, Silber gewonnen zu haben», sagte sie. «Vize-Europameisterin, das hört sich gut an.» Die angehende Grundschullehrerin hatte in ihrer Laufbahn viel Pech. 2012 war sie vom Unfall der Schwebebahn an der TU Dortmund betroffen. Ein Schleudertrauma verursachte lange Zeit Gleichgewichtsprobleme und verhinderte Wettkampfteilnahmen.

Zwei Jahre später lief Dutkiewicz bei den deutschen Meisterschaften in 12,95 Sekunden auf Rang vier und durfte nicht mit zur Leichtathletik-EM in Zürich. In der Hallensaison 2015 wurde sie nationale Vizemeisterin, knickte im Ziel jedoch um. Sie riss sich an beiden Füßen die Bänder und musste fast ein Jahr pausieren.

Dutkiewicz nutzte die Zeit, um zehn Kilogramm abzunehmen und gab 2016 ihr Comeback, das aber mit einem Fehlstart bei den deutschen Hallen-Meisterschaft sowie Stürzen bei den Freiluft-Titelkämpfen und der EM in Amsterdam unglücklich verlief.

«Ich konnte das Gerede über Pechmarie und Pechvogel nicht mehr hören. Ich war genervt», sagte sie. Deshalb war sie froh, bei der DM in Nürnberg den Titel in Meisterschafts-Rekordzeit von 12,69 Sekunden gewonnen zu haben. «Das war eine absolute Befreiung.» Dabei war sie auch in die EM-Saison mühsam gestartet. Rückenprobleme und ein Muskelfaserriss im Oberschenkel schränkten sie bis Juni ein, nachdem es 2017 mit Bronze bei WM und Hallen-EM 2017 flott gelaufen war. «Ich habe das Gefühl, dass das nicht alles gewesen ist», hofft Dutkiewicz.

Mit Blick auf die WM 2019 in Katar und die Olympischen Spielen 2020 in Tokio dürfte ihre deutsche Konkurrentin ähnlich denken. «Meine Stärke ist meine mentale Stärke», sagte Roleder, die 2014 bei der EM in Zürich ihre erste (Bronze-)Medaille bei einem großen Titelkampf gewann. «Ich schaffe es immer wieder, dass ich zu den Höhepunkten nahe an meiner Bestleistung bin.» Auf der blauen Bahn im Olympiastadion klappte es nicht.

Die Polizeimeisterin war mit der Hypothek eines Fehlstarts nach Berlin gereist: Bei der nationalen Meisterschaft in Nürnberg war sie unerlaubt schnell vorgeprescht und ebenso schnell wütend geworden. «Die 0,02 Sekunden Reaktionszeit war für mich hoch und raus, aber kein Fehlstart», hatte die ehrgeizige Roleder geschimpft. «Aber bitte, dann fahre ich jetzt eben nach Hause.»

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