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Speerwurf-Duo Röhler/Vetter heiß auf Wüsten-Meeting

Thomas Röhler ist heiß auf das Wüsten-Meeting, kritisiert aber die mangelnde TV-Präsenz. Foto: Hendrik Schmidt

Thomas Röhler ist heiß auf das Wüsten-Meeting, kritisiert aber die mangelnde TV-Präsenz. Foto: Hendrik Schmidt

Doha (dpa) - In der Boeing 777-300 ER nach Doha konnte Johannes Vetter auf Sitz 8K ganz entspannt die Beine lang machen. Beim Sechs-Stunden-Flug in der Business Class war der Weltklasse-Speerwerfer in Gedanken aber schon bei der Diamond League.

Denn in der Hauptstadt des Emirats Katar geht die Saison am Freitag (18.10 Uhr MESZ) für die Leichtathleten so richtig los. Beim Auftaktmeeting der hochkarätigen Serie ist viel deutsche Speerwurf-Power drin: Weltmeister Vetter, Olympiasieger Thomas Röhler und Andreas Hofmann sind richtig heiß auf das Wüstenmeeting.

«Ich freue mich tierisch auf die Saison», sagte Vetter der Deutschen Presse-Agentur. «Und ich denke, dass ich in der Lage bin, 95 Meter zu werfen», meinte das Kraftpaket von der LG Offenburg. Vetter hatte schon im Vorjahr richtig einen rausgehauen: Am 11. Juli avancierte er in Luzern mit grandiosen 94,44 Metern zum zweitbesten Speerwerfer der Leichtathletik-Geschichte - und nahm seinem Kumpel Röhler den deutschen Rekord (93,90 Meter) ab. Die Saison 2017 krönte Vetter im August mit WM-Gold in London.

Bei den Heim-Europameisterschaften in Berlin (7. bis 12. August) möchte er diesen Coup ganz gern wiederholen. Schon Mitte März hat er im portugiesischen Leiria eine Duftmarke gesetzt, die Konkurrenz ist gewarnt. «Die 92,70 Meter habe ich stehen, das reicht locker für das EM-Ticket», sagte Vetter. «Ich weiß, was ich drauf habe, und setze mich da nicht unter Druck.»

Bei optimalen Bedingungen, das wissen Röhler und Vetter, ist alles möglich. «Weiten über 90 Meter - die sind ja bei uns deutschen Speerwerfern schon zur Normalität geworden», betonte der Weltmeister. Und: «Wenn alles passt, dann glaube ich schon, dass dieses Jahr noch ein ganz großer Wurf herauskommen kann.»

Den hat auch Röhler drauf. «Wir haben dieses Jahr die Schraube noch einmal angezogen und sehr, sehr intensiv trainiert. In den letzten zwei Wochen täglich», sagte der Olympiasieger aus Jena in einem dpa-Gespräch. «Bei den Zubringerleistungen sind wir auf einem extrem hohen Niveau. Aber beim Wurf muss man diese brachiale Kraft dann auch auf die Bahn bringen.»

Für DLV-Cheftrainer Idriss Gonschinska spielt die Diamond League vor allem in punkto Wettkampfhärte eine wichtige Rolle - «besonders mit Blick auf die WM 2019 und Olympia 2020». Wettkampfkompetenz sei «wichtig und notwendig» für die Entwicklung eines Sportlers. «Es treffen sich die weltbesten Athleten, leider medial nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit», sagte der Leitende Direktor Sport im Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV).

In der Tat: Die meisten Leichtathletik-Fans gucken auch in dieser Saison in die Röhre, wenn sie scharf auf die Diamantenliga sind. Denn die Serie mit 14 Meetings auf vier Kontinenten wird in Deutschland wieder nur vom Bezahlfernsehen präsentiert. Eurosport 2 HD Xtra überträgt neben Doha noch von fünf weiteren Meetings der Diamond League jeweils zwei Stunden live.

Auch Röhler, Athletensprecher im Weltverband IAAF, ist sauer. «Das ist ein Thema, das stört uns alle, das ist wenig nachvollziehbar. Wir wollen auch ins Fernsehen - und es gibt nicht nur Wintersport», sagte er der dpa. «Aber das haben wir Athleten nicht in der Hand.»

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