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Weitspringer Heinle holt überraschend EM-Silber

Weitspringer Fabian Heinle wird mit 8,13 Metern Zweiter. Foto: Hendrik Schmidt

Weitspringer Fabian Heinle wird mit 8,13 Metern Zweiter. Foto: Hendrik Schmidt

Berlin (dpa) - In einem Final-Krimi mit reichlich Verwirrung hat Weitspringer Fabian Heinle vom VfB Stuttgart bei der Leichtathletik-EM überraschend die Silbermedaille gewonnen.

Der 24-Jährige kam im Berliner Olympiastadion zweimal auf die persönliche Saison-Bestleistung von 8,13 Metern. Wegen eines möglichen Fehlers in der Messung des vierten Versuchs von Heinle legte der Deutsche Leichtathletik-Verband zudem Protest ein. Die bislang letzte deutsche EM-Medaille im Weitsprung hatte Europameister Sebastian Bayer 2012 geholt.

Die Irritationen wegen der Weiten-Messungen seien «etwas unglücklich», sagte Heinle in der ARD. «Ich kann mich noch nicht so freuen, weil ich so geplättet bin vom Wettkampf.» Dem Protest wurde stattgegeben, dies hatte am Ende aber keinen Einfluss auf die Platzierung.

Gold sicherte sich nun der Grieche Miltiadis Tentoglou mit 8,25 Metern. Sergej Nykyforow aus der Ukraine kam wie Heinle auf 8,13 Meter, brachte aber einen schlechteren zweiten Versuch in die Wertung ein und gewann damit Bronze. Erst im letzten Sprung sprang Heinle erneut seine Topweite und schob sich damit wieder am Ukrainer vorbei. In dem turbulenten Wettkampf beklagten mehrere Springer angeblich falsche Weiten-Messungen.

Bislang hatte der deutsche Meister Heinle als bestes Resultat bei internationalen Wettkämpfen einen sechsten Platz bei der EM vor zwei Jahren in Amsterdam erreicht. «Letztes Mal war ich Sechster, dieses Mal will ich besser sein», sagte der Junioren-Europameister von 2015 vor dem Wettkampf den «Stuttgarter Nachrichten» zu seinen Zielen - und hielt Wort.

Schon in der Qualifikation hatte Heinle sein Potenzial angedeutet und als einer von nur zwei Athleten mit 8,02 Metern die geforderte Qualfikationsweite von acht Metern übertroffen. Im Wettkampf schraubte er seine Saison-Bestleistung von bislang 8,04 Metern nach oben.

Bei der WM 2015 und Olympia 2016 hatte der gelernte Mechatroniker jeweils mit Weiten von unter acht Metern noch knapp das Finale der besten Acht verpasst. Anschließend wurde er von Rückenproblemen immer wieder zurückgeworfen, ist inzwischen aber schmerzfrei. «Wenn Fabian fit bleibt, dann kann es noch sehr viel weiter gehen», sagte sein Heimtrainer Tamas Kiss.

Als Vorbild gibt Heinle den britischen Alles-Gewinner Greg Rutherford an, der Gold sowohl bei Olympia, der Weltmeisterschaft und zwei Europameisterschaften holte. Mit seinem überraschenden EM-Silbercoup hat er nun zumindest den ersten Mini-Schritt in die Fußstapfen seines großen Idols geschafft.

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