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Auftakt als Sorgenfall: Deutschland fehlen Motorrad-Talente

Bekam keinen Stammplatz und fährt nun in einer anderen Rennserie: Stefan Bradl. Foto: Hendrik Schmidt

Bekam keinen Stammplatz und fährt nun in einer anderen Rennserie: Stefan Bradl. Foto: Hendrik Schmidt

Doha (dpa) - Zum Start in die WM-Saison ist der deutsche Motorradsport ein Sorgenfall. Nur noch zwei deutsche Fahrer sind in diesem Jahr als Stammpiloten in der Weltmeisterschaft dabei, es dominieren schon lange die Spanier und Italiener.

«Deutschland ist eine Automobilnation», sagt der frühere Weltmeister Stefan Bradl. Genau wie der einstige Titelgewinner Sandro Cortese bekam der Bayer für dieses Jahr keinen Stammplatz bei einem Team und fährt nun in einer anderen Rennserie. Marcel Schrötter in der Moto2 und Philipp Öttl in der Moto3 gehen als klare Außenseiter in die Saison, die am Sonntag mit dem Grand Prix in Katar beginnt.

Auch wenn Jahr für Jahr 200 000 Motorrad-Fans zu den WM-Läufen an den Sachsenring pilgern, interessiert sich der Nachwuchs in Deutschland kaum für den Sport. Talente sind rar geworden. Bei der Nachwuchsarbeit in Deutschland sei «viel falsch gemacht» worden, stellte Sandro Cortese fest. «Es gibt keine anständige Klasse, in der Jugendliche Rennen fahren können», sagte der 28-Jährige dem Fachportal Motorsport-Total.com.

Die Zukunft der nationalen Motorrad-Meisterschaft IDM war immer wieder in Gefahr. Im vergangenen Herbst schien das Aus besiegelt, ehe die Fortsetzung für 2018 doch noch gesichert werden konnte. Carsten Freudenberg, dessen Team aus dem sächsischen Bischofswerda zu den wenigen verbliebenen Leuchttürmen in der Nachwuchsarbeit gehört, sieht die Ursachen der Misere vor allem beim Deutschen Motorsport Bund und dem ADAC. «Die fühlen sich alle nicht richtig verantwortlich und überlassen das alles immer den Fahrern selbst. Das ist nicht zielführend», sagte Freudenberg der Internetseite Motorsport.com.

Auch Cortese meint: «Wenn man die Nachwuchsförderung den Leuten überlässt, die im Büro sitzen, dann wird nichts zustande kommen.» Der Moto3-Weltmeister von 2012 wollte selbst nach durchwachsenen Jahren in einem neuen Team frische Motivation finden. Doch weil der Besitzerwechsel des Rennstalls scheiterte, stand plötzlich auch der Schwabe ohne Job da. Der siebenmalige Grand-Prix-Sieger kam in der Supersport-Serie unter und wurde beim Debüt Ende Februar in Australien gleich Dritter. Mit Erfolgen in der Motorrad-WM sind solche Achtungsergebnisse aber nicht zu vergleichen.

Für Bradl, Moto2-Champion von 2011, blieb in diesem Jahr nur noch die Rolle des Testfahrers in der MotoGP. In der Vorsaison hatte er in der Superbike-WM enttäuscht. Nun muss er auf Einsätze als Ersatzpilot hoffen. Jonas Folger, der im Vorjahr noch in der MotoGP unterwegs war, muss nach gesundheitlichen Problemen um seine Karriere bangen.

Auch Schrötter kämpft im Intact-Team um seine Zukunft in der Motorrad-

Landsmann Öttl ist in der Moto3 abhängig von der Konkurrenzfähigkeit seiner KTM. Bei den Wintertests dominierte Honda. In der umkämpften Klasse entscheiden wenige Zehntelsekunden teilweise über mehr als zehn Positionen. Podestplätze dürften für Öttl zwar durchaus möglich sein. Die Glanzzeiten deutscher Motorrad-Triumphe wie einst durch Dieter Braun und Toni Mang oder zuletzt durch Bradl und Cortese werden aber wohl so schnell nicht wiederkommen.

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