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Nachwuchsförderung im Motorradsport: Bradls Initiative

Möchte sich in Zukunft selbst um den deutschen Motorrad-Nachwuchs kümmern: Stefan Bradl. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Möchte sich in Zukunft selbst um den deutschen Motorrad-Nachwuchs kümmern: Stefan Bradl. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Jerez de la Frontera (dpa) - Noch darf Stefan Bradl in der Motorrad-WM selbst ab und an starten. So wie am kommenden Grand-Prix-Wochenende in Jerez de la Frontera, wo der MotoGP-Pilot mit einer Wildcard für Honda fahren darf.

Doch schon jetzt sorgt sich der Zahlinger um den PS-Nachwuchs aus Deutschland. Denn vielversprechende Zweirad-Talente Made in Germany sind aktuell nicht in Sicht. Das will Bradl mit einem eigenen Projekt ändern. «Das steckt alles noch in den Kinderschuhen», räumt er allerdings ein.

Wenn der 31-Jährige nicht selbst dank Wildcard oder wie zuletzt als Ersatz für den lange verletzten achtmaligen Weltmeister Marc Marquez auf ein Motorrad steigt, ist Marcel Schrötter in der WM der deutsche Solo-Darsteller. Der Moto2-Pilot ist in dieser Saison der einzige feste Fahrer aus dem Land, das einst Weltmeister wie Werner Haas, Toni Mang, Dirk Raudies, Sandro Cortese oder Bradl hervorbrachte.

Bradl will nun zusammen mit dem früheren 125er-Piloten Adi Stadler Ausschau nach jungen Talenten halten. «Zusammen mit Adi Stadler möchte ich, dass die Jungs schneller werden, damit sie zumindest dann abliefern können, wenn sie im Red-Bull-Rookies-Cup ankommen», sagt der Moto2-Weltmeister von 2011. Wie die Förderung genau aussehen soll, steht noch nicht fest.

Der Rookies-Cup gilt als eine Art Vorschule für die WM. In den vergangenen Jahren schafften immer wieder deutsche Talente den Sprung in den Nachwuchs-Cup, konnten sich dann aber nicht gegen ihre Gegner durchsetzen, die meist aus Spanien oder Italien kamen.

«Ich möchte sie mit meiner Erfahrung, Hilfe und Unterstützung auf ein Level bringen, das eine akzeptable Basis darstellt, um im Rookies-Cup konkurrenzfähig zu sein. Bisher haben die deutschen Fahrer, die es bis dahin geschafft haben, nicht gut performt», erklärt Bradl.

In der Vergangenheit kritisierte er immer wieder die deutschen Verbände, wenn es um die Nachwuchsarbeit ging. Der Verkehrsclub ADAC und der Deutsche Motorsportbund (DMSB) kümmern sich laut Bradl stiefmütterlich um den Zweiradbereich. Eine Zusammenarbeit zwischen ihm und den Verbänden ist derzeit nicht in Sicht. So wollte sich der ADAC auf Anfrage zu der Kritik offiziell nicht äußern.

Bradl steht mit seiner Meinung nicht allein da. «Man hat über die Jahre hinweg den Zug verpasst und auf falsche Art und Weise Nachwuchsarbeit betrieben», sagte der frühere Moto3-Weltmeister Sandro Cortese dem Internet-Portal «Motorsport-Total.com». Es sei eine «Katastrophe», stellt der 31-Jährige fest. «Man hat in vielen Belangen versagt.» Das fange schon im Pocket-Bike-Bereich an. «Man holt die Talente nicht im Alter von 13 oder 14 Jahren. Das ist zu spät», sagte er. «In dem Alter steigen die jungen Fahrer in Spanien, Italien, England und jetzt auch aus dem Asia-Talent-Cup in die Junioren-WM auf.»

Bradls Ansatz, junge Talente zeitig für Rennserien wie den Rookies-Cup vorzubereiten, entspricht genau dem, was auch Cortese für richtig hält: «Die ganzen deutschen Talente - Marcel Schrötter, Jonas Folger, Stefan Bradl, Philipp Öttl und ich - haben im Pocket-Bike-Bereich angefangen und sind danach zu den Mini-Bikes und dann zu den 125ern gewechselt.» Das sei die Schule, die man durchlaufen müsse, um später erfolgreich im Grand-Prix-Sport zu sein.

© dpa-infocom, dpa:210427-99-369726/2

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