L102 Gersheim - Brenschelbach zwischen Gersheim und Medelsheim in beiden Richtungen Gefahr besteht nicht mehr (10:22)

Priorität: Dringend

14°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken
14°C
Saarbrücken
weather-Saarbrücken

Ahlmann und Deußer: Comeback der «verlorenen Söhne»

Nach zwei Jahren Pause ist Christian Ahlmann wieder beim CHIO in Aachen dabei. Foto: Hendrik Schmidt

Nach zwei Jahren Pause ist Christian Ahlmann wieder beim CHIO in Aachen dabei. Foto: Hendrik Schmidt

Aachen (dpa) - Die Erleichterung des Bundestrainers ist zu spüren und zu hören. «Ich bin sehr, sehr froh, dass die beiden wieder dabei sind», sagte Otto Becker.

Eine Geschichte voll von Missverständnissen und Verletzungen soll in Aachen enden, wenn die Springreiter Daniel Deußer und Christian Ahlmann ihr Comeback im deutschen CHIO-Team geben.

Becker war die treibende Kraft, um die «verlorenen Söhne zurückzuholen», wie er es vor ein paar Monaten nannte. «Ich halte denen die Tür auf bis zum Schluss», hatte der Coach immer wieder betont - und zahlreiche Gespräche geführt.

Zwei Jahre hatten sich die beiden Weltklasse-Reiter zuletzt geweigert, die Athletenvereinbarung des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) zu unterschrieben. Diese ist Voraussetzung, um in der Nationalmannschaft zu reiten. Deußer und Ahlmann waren nicht einverstanden mit einigen Details dieses Vertragswerks, das Rechte und Pflichten der Reiter regelt. «Die Bedingungen des Verbandes haben sich jedes Jahr verändert», lautete einer von Deußers Kritikpunkten.

Nach mehreren Verhandlungsrunden mit den Reitern hat der Verband FN nun entschieden, für das laufende Jahr die Strafen auszusetzen, wenn «Behandlungen der Pferde nicht korrekt in den Behandlungsbüchern notiert sind», erklärte Geschäftsführer Dennis Peiler.

Die Probleme hatten aber auch «viel mit Emotionen» zu tun, wie Peiler es ausdrückte. Denn zur komplizierten Vorgeschichte gehören auch sehr lange zurückliegende Fälle von Doping (Deußer) beziehungsweise verbotener Medikation (Ahlmann) - eine Unterscheidung, die es nur im Pferdesport gibt.

Beide Reiter hatten vor mehreren Jahren Ärger mit dem Verband, fühlten sich ungerecht behandelt und stritten sogar vor ordentlichen Gerichten mit der FN. So war Ahlmann wegen des Capsaicin-Fundes 2008 bei seinem Olympia-Pferd Cöster vom nationalen Verband doppelt so lange gesperrt wie vom internationalen - und zudem für zwei Jahre aus dem Nationalteam verbannt worden. Die Wunden aus jener Zeit scheinen noch nicht endgültig verheilt.

Trotzdem unterschrieben beide die umstrittene Vereinbarung einige Male «mit Bauchschmerzen», wie Ahlmann es nannte. Sie ritten wieder für die Nationalmannschaft, etwa bei Olympia-Bronze vor drei Jahren in Rio. Dann verweigerten Ahlmann und Deußer zwei Jahre lang die Unterschrift.

Das Olympia-Team von 2016 hatte sich praktisch aufgelöst, denn Ludger Beerbaum trat noch in Rio aus der Nationalmannschaft zurück. Und seine Schwägerin Meredith Michaels-Beerbaum sucht seitdem ein konkurrenzfähiges Pferd. Dem Bundestrainer gingen die Reiter aus. Zuletzt bestand der Olympia-Kader nur noch aus drei Reitern. «Otto braucht die beiden», sagte CHIO-Sportdirektor Frank Kemperman.

Wie stark Deußer und Ahlmann sind, zeigten sie in der Weltcup-Saison, die sie in der Westeuropa-Liga auf den Plätzen eins und zwei beendeten. In der Weltrangliste liegt Deußer derzeit auf Rang vier, Ahlmann auf Rang zwölf.

Deußer hat - anders als Ahlmann - nach der Unterschrift bereits zwei Nationenpreise für Deutschland bestritten. Der 37-Jährige ist dabei fehlerfrei geblieben. Und das wünscht sich Becker nun auch für das CHIO-Comeback.

Olympia-Kader

CHIO

Hat dir dieser Artikel gefallen?
Ja Nein