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Die Weltmeisterin reitet mit Alice wieder im Wunderland

Simone Blum überspringt mit Alice in Aachen ein Hindernis. Foto: Rolf Vennenbernd

Simone Blum überspringt mit Alice in Aachen ein Hindernis. Foto: Rolf Vennenbernd

Aachen (dpa) - Zwei fehlerfreie Runden von der Weltmeisterin - das hört sich nicht besonders spektakulär, sondern selbstverständlich an. Bei Simone Blum ist es das nicht.

Die Springreiterin hat nach dem überraschenden WM-Sieg «eine harte Zeit gehabt», wie es Bundestrainer Otto Becker ausdrückte, nachdem die 30-Jährige beim zweiten Platz des deutschen CHIO-Teams in Aachen zweimal ohne Strafpunkt geblieben war. «Jetzt ist sie wieder mit Alice im Wunderland», witzelte der Coach.

Nach dem WM-Gold mit ihrer Stute Alice im September in den USA «ist viel auf sie eingestürmt», sagte Becker. Besonders hart war für Blum der erste Wettbewerb nach der WM, der die Weltmeisterin im wahrsten Sinne des Wortes auf den Boden der Tatsachen brachte: Blum stürzte beim Weltcup-Turnier in Verona. «Ziemlich schwer», wie sie danach erklärte.

Blum berichtete zudem von einem hohen «Stresspegel». Der habe es ihr in den ersten Wochen nach dem WM-Sieg schwer gemacht, sich «auf das zu konzentrieren, was eigentlich unser Job ist». Es war «schwierig, in die Normalität zurückzukommen». Blum merkte: «Jeder will was, jeder reißt an einem - ganz einfach ist das nicht.»

Und dann folgte im Winter noch eine Pause wegen einer Schulteroperation. Mehrere Monate fiel sie aus. Womöglich hat aber genau diese unfreiwillige Ruhepause der 30-Jährigen aus dem bayrischen Zolling geholfen, wieder ins Gleichgewicht zu finden.

Erst im März bestritt Blum wieder ein Turnier, gab im Mai ihr Comeback in der Nationalmannschaft im französischen La Baule, wo sie mit Alice gleich den Großen Preis gewann. Und jetzt glänzte die Weltmeisterin in Aachen, wo sie im Vorjahr erstmals im CHIO-Team ritt und sich das WM-Ticket sicherte.

«Alice hat das einfach super gemacht», kommentierte sie die makellosen Runden mit ihrem Gold-Pferd: «Sie wollte einfach zweimal null gehen.» Nur der Jüngsten im deutschen Quartett gelang die Doppel-Null, wie es in der Reiter-Sprache heißt.

Christian Ahlmann (44) mit Clintrexo und Marcus Ehning (44) mit Funky Fred kassierten jeweils vier Strafpunkte. Daniel Deußer (37) war mit Calisto Blue in der ersten von zwei Runden einen Tick zu langsam geritten und erhielt einen Strafpunkt wegen Zeitüberschreitung. Dennoch reichte es nach Platz sechs in der ersten Runde und einer Aufholjagd zu Rang zwei hinter Schweden.

«Simone ist cool», schwärmte der Bundestrainer. «Sie ist nicht so erfahren wie die anderen, aber im Team mit ihrem Mann ist sie einfach sensationell.» Hans Günther Blum, der bis zur Heirat Goskowitz hieß, ist ein ganz wesentlicher Teil des Erfolges. Der 42-Jährige entdeckte Alice. Und er trainierte die Stute, als seine Frau nach der Operation pausieren musste.

Die nächsten Ziele sind der Große Preis von Aachen am Sonntag und die Europameisterschaft im August in Rotterdam. «Das ist der Plan», sagte Blum. Ihren Platz im EM-Team hat die 30-Jährige sicher. Wenn nicht wieder etwas Unvorhergesehenes passiert.

CHIO

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