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Tödlicher Pferdeunfall überschattet Krajewskis Sieg  

Holte mit Pferd Samourai erstmals den nationalen Meistertitel: Julia Krajewski. Foto: Philipp Schulze

Holte mit Pferd Samourai erstmals den nationalen Meistertitel: Julia Krajewski. Foto: Philipp Schulze

Luhmühlen (dpa) - Die Siegerin hat den Pferdeunfall mit tödlichem Ausgang zunächst gar nicht mitbekommen. «Ich habe den Sturz nicht gesehen», berichtete Julia Krajewski, die neue deutsche Meisterin im Vielseitigkeitsreiten.

Doch die schockierende Nachricht vom Tod des Pferdes Axel sprach sich in Luhmühlen schnell herum. «Das ist schrecklich, wenn so etwas passiert», sagte die 29 Jahre alte Reiterin aus Warendorf, die am Sonntag erstmals den Titel gewann.

Der Tod des Wallachs überschattete das Reitturnier im niedersächsischen Luhmühlen und die erste Meisterschaft von Krajewski. Das Pferd Axel musste am Samstag nach einem Unfall mit der belgischen Reiterin Chloe Raty in einer Vier-Sterne-Prüfung eingeschläfert werden. «Das ist unheimlich traurig», sagte Ingrid Klimke, die Zweite der Titelkämpfe.

Immerhin ging der Sturz für die Reiterin vergleichsweise glimpflich aus. Die 24 Jahre Belgierin ist nach Angaben des Veranstalters wohlauf - zumindest körperlich. «Es tut mir unheimlich leid für sie», sagte Krajewski.

Trotz der schockierenden Nachricht gelang es Krajewski, sich auf ihren Geländeritt zu konzentrieren. Die fehlerfreie Runde durch die Lüneburger Heide mit ihrem zwölf Jahre alten Samourai war Grundlage für den Titel, den sie am Sonntag perfekt machte. Die 29-Jährige blieb im abschließenden Springen ohne Abwurf und feierte einen Start-Ziel-Sieg. Schon nach der Dressur hatte Krajewski in Führung gelegen. «Ich hatte nicht damit gerechnet», kommentierte sie.

Krajewski setzte sich nach Dressur, Geländeritt und Springen mit nur 19,90 Strafpunkten durch. Dahinter kam Klimke auf Platz zwei. Die Europameisterin aus Münster sammelte mit Hale Bob 25,90 Strafpunkte. Dritte wurde Vorjahressiegerin Bettina Hoy aus Rheine mit Designer (29,80).

Unbeschwert war die Freude über den Titel nicht. Der Tod des Pferdes, das eingeschläfert wurde, drückte die Stimmung in Luhmühlen merklich. Es sei beim Röntgen «eine eindeutige Fraktur des ersten Lendenwirbels» diagnostiziert worden, erklärte der Tierarzt Jürgen Martens. Die Folge sei eine Querschnittslähmung gewesen: «Es war eine aussichtslose Prognose.»

Der 24 Jahre alte Reiterin gehe es «den Umständen entsprechend gut», berichtete Luhmühlen-Geschäftsführerin Julia Otto nach einem Telefonat mit Raty. Sie habe keine schweren Verletzungen erlitten. Die Belgierin trug eine Airbag-Weste, die bei dem Sturz funktionierte und wahrscheinlich Schlimmeres verhinderte.

Raty sei mit relativ geringer Geschwindigkeit nach einem Steilsprung direkt nach der Durchquerung des Wassers gegen das Hindernis 18 geritten, erklärte Martens. Das Pferd sei danach aus etwa einem Meter Höhe «auf den Rücken gefallen», sagte der Veterinär. Die Reiterin lag kurz unter dem elf Jahre alten Wallach.

Immer wieder kommt es in der Vielseitigkeit zu Stürzen mit teilweise dramatischen Folgen. Vor vier Jahren starb in Luhmühlen nach einem schweren Unfall der 25 Jahre alte deutsche Nachwuchsreiter Benjamin Winter. Einen Unfall mit einem toten Pferd hatte es in Luhmühlen zuletzt 2013 gegeben.

Turnierveranstalter

Deutsche Reiterliche Vereinigung

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