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Deutscher Filmpreis: «3 Tage in Quiberon» räumt ab

«3 Tage in Quiberon» - 3 Preisträgerinnen: Birgit Minichmayr (l-r), Emily Atef und Marie Bäumer. Foto: Jens Kalaene

«3 Tage in Quiberon» - 3 Preisträgerinnen: Birgit Minichmayr (l-r), Emily Atef und Marie Bäumer. Foto: Jens Kalaene

Berlin (dpa) - Das Drama «3 Tage in Quiberon» ist der große Sieger  beim 68. Deutschen Filmpreis. Der Film von Emily Atef erhielt die Goldene Lola als bester Film sowie sechs weitere Trophäen.

Silber ging an das NSU-Drama «Aus dem Nichts» von Fatih Akin, das bereits den Golden Globe gewonnen hatte. Mit Bronze wurde «Western» ausgezeichnet, ein Film von Valeska Grisebach über deutsche Bauarbeiter in Bulgarien.

Der Film der deutsch-iranischen Regisseurin Emily Atef, die auch für die beste Regie ausgezeichnet wurde, handelt vom Leben der legendären Schauspielerin Romy Schneider (1938-1982). Im Jahr vor ihrem Tod hatte Schneider in dem französischen Kurort Quiberon in der Bretagne dem «Stern»-Journalisten Michael Jürgs ihr letztes großes Interview gegeben.

Als beste Schauspielerin wurde Marie Bäumer (48) für ihre Darstellung der Romy Schneider ausgezeichnet. Die Lola für die beste weibliche Nebenrolle erhielt die Österreicherin Birgit Minichmayr (41), die Romys Freundin Hilde spielt. Für die beste männliche Nebenrolle wurde Robert Gwisdek (34) ausgezeichnet, der in dem Film den Reporter verkörpert. Der Film erhielt auch die Preise für die beste Filmmusik sowie für die beste Kamera/Bildgestaltung. Er war mit zehn Nominierungen als der große Favorit ins Rennen gegangen.

Die Lola als bester Schauspieler erhielt Franz Rogowski. Der 32-Jährige wurde für seine Rolle in der Liebesgeschichte «In den Gängen» geehrt. In dem Film von Thomas Stuber spielt er einen jungen Angestellten in einem Großmarkt, der sich in eine Kollegin verliebt. Die Lola für das beste Drehbuch bekamen Regisseur Fatih Akin und sein Co-Autor Hark Bohm für das NSU-Drama «Aus dem Nichts».

Die Lola für den besten Kinderfilm ging an «Amelie rennt». In dem Film von Tobias Wiemann geht es um ein asthmakrankes Mädchen aus Berlin, das in den Alpen neue Kraft und Orientierung für sein Leben erhält. Als bester Dokumentarfilm wurde «Beuys» von Andres Veiel über den Künstler Joseph Beuys (1921-1986) gekürt.

Drei Lolas in Nebenkategorien heimste «Manifesto» von Julian Rosefeldt ein, der Kinofilm zu der Museumsinstallaton «Manifesto», in der der Berliner Künstler sechzig Künstlermanifeste ins Scheinwerferlicht gestellt hatte. «Manifesto» wurde für bestes Szenenbild, bestes Kostümbild und bestes Maskenbild ausgezeichnet. Die Lolas sind die wichtigste Auszeichnung für das deutsche Kino. Durch die Gala führte Schauspieler Edin Hasanovic («Brüder», «Nur Gott kann mich richten»).

Zwei Preisträgern war die Lola schon vor der Gala sicher. Der 78-jährige Regisseur, Schauspieler und Autor Hark Bohm («Nordsee ist Mordsee») wurde als Ehrenpreisträger für herausragende Verdienste um den deutschen Film ausgezeichnet. Er nahm den Preis aus den Händen von Fatih Akin entgegen. «Wahrscheinlich ist das der glücklichste Augenblick meines Lebens», sagte Bohm.

Die undotierte Lola für den «besucherstärksten deutschen Film des Jahres» ging an Autor und Regisseur Bora Dagtekin für die Komödie «Fack ju Göhte 3» mit mehr als 6 Millionen Besuchern.

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