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Nina Rausch - Eine Deutsche in Hollywood

Nina Rausch bei einem Empfang in der Villa Aurora in Pacific Palisades. Foto: Barbara Munker

Nina Rausch bei einem Empfang in der Villa Aurora in Pacific Palisades. Foto: Barbara Munker

Los Angeles (dpa) - Natürlich träumt sie von einem Oscar. «Na klar, das steht ganz oben auf der Liste», meint Nina Rausch. Seit zehn Jahren lebt und arbeitet sie in Hollywood.

Meryl Streep ist ihr großes Idol. «Egal was sie spielt, sie ist immer grandios», schwärmt die 35-jährige Schauspielerin, die selbst schon einen beachtlichen Lebenslauf vorzeigen kann. Sie war das Au-Pair-Mädchen Gudrun in der Serie «Mad Men», die Patientin Sheila in «Grey’s Anatomy» und die heimliche Freundin Franziska in der Knastserie «Orange Is The New Black».

Die Oscars, die am Sonntag (4.3.) in Los Angeles verliehen werden, sind zwar für Rausch noch in weiter Ferne, doch mit viel Leidenschaft und Energie geht die gebürtige Schwäbin ihre Hollywood-Karriere an. Nicht nur als Schauspielerin: in der Filmdatenbank «Imdb» steht sie auch als Produzentin und Regisseurin. Gerade arbeitet sie mit ihrer amerikanischen Kollegin Frances Brennand Roper an dem Konzept für einen Spielfilm über den Zweiten Weltkrieg.

«Wir warten nicht nur auf Vorsprechtermine und Rollenangebote, sondern sind selber kreativ und schreiben eigene Rollen für uns», sagt Rausch. Die Umbruchstimmung im Zuge der MeToo-Bewegung in Hollywood kommt ihr gerade recht. «Es ändert sich wirklich etwas, als Frau hat man nun eher eine Stimme und findet ein offenes Ohr», meint Rausch. Als Mitglied in der Organisation «Women in Film» setzt sie sich schon länger für Chancengleichheit für Frauen im Filmgeschäft ein. 

Doch sie hat auch anderes erlebt. «Als Produzentin wurde ich als Frau nicht voll genommen, es wurden immer meine männlichen Ko-Produzenten angesprochen. Aber das - glaube ich - wird sich nun ändern.» Sexuelle Belästigung habe sie bislang selbst nicht erlebt.

Dafür aber Ähnliches wie die angehende Schauspielerin Mia, die von Oscar-Preisträgerin Emma Stone gespielte Hauptfigur aus dem Film «La La Land». Mia ringt in dem Filmmusical mühsam um Rollen. «Ich hatte ein Casting, bei der mir der Manager gleich zu Beginn sagte, dass er einen Kater habe. Der saß da halb beschwipst und hatte offenbar kein Interesse», erzählt Rausch und rollt mit den Augen. 

Aufgeben kam für sie aber nie in Frage. Schon als Vierjährige im ländlichen Ingersheim bei Ludwigsburg (Region Stuttgart) stand sie auf der Bühne. Als Teenager begeisterte sie sich für den Film «Romeo + Julia» mit Leonardo DiCaprio und Claire Danes. «Da wusste ich, was ich werden wollte», sagt Rausch. Sie studierte Schauspiel in den USA, zog nach New York, dann nach Los Angeles.

«Ich war einen Monat hier und habe gleich bei der Serie 'Criminal Minds' mitgespielt», erinnert sich Rausch an ihren Start in Hollywood im Jahr 2009. Es ging Schlag auf Schlag: Ein Agent, die Serien «Californication» und «Mad Men» - und dann plötzlich eine Flaute.

Anfangs verdiente sie noch durch Kellnern Geld dazu, seit drei Jahren lebt sie ganz von ihrer Kunst. Sie nimmt Unterricht und steht selbst zweimal pro Woche als Acting-Coach vor einer Klasse. Dass sie Deutsche ist, merkt man ihr kaum an, meint ihr Schüler Robert Perkins. Sie spricht akzentfrei englisch und kann leicht als Amerikanerin durchgehen.

Eine ihrer letzten Rollen in dem Kurzfilm «Crossing Fences» an der Seite von Christian Wolf drehte sich um eine deutsche Story. Den Film über die Flucht eines jungen Paares 1974 aus der DDR in den Westen hat Rausch auch produziert. Im vorigen Jahr war sie damit auf mehreren Filmfestivals in den USA unterwegs und gewann auch Preise ein. Sie selbst wurde beim AMAW-Festival in Los Angeles zur «Best Actress» gekürt.

Und wem wünscht sie am Sonntag (4.3.) bei den Oscars die Trophäe als «Beste Hauptdarstellerin»? Natürlich drückt sie ihrem Idol Meryl Streep die Daumen, doch sie rechnet damit, dass Frances McDormand für den Film «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri» die Auszeichnung gewinnt. «Ich bin gespannt, ob sie diese Plattform nutzt, um etwas Politisches anzusprechen. Sie ist eine Frau, die keine Angst hat, etwas zu sagen.»

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