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Wer bekommt den Bachmann-Preis?

Raphaela Edelbauer hat es geschafft. Foto: Victoria Herbig

Raphaela Edelbauer hat es geschafft. Foto: Victoria Herbig

Klagenfurt (dpa) - Für den Bachmann-Preis bewirbt man sich nicht, man wird für gewöhnlich vorgeschlagen. «Ich bin größenwahnsinnig», sagt die österreichische Autorin Raphaela Edelbauer.

Selbstbewusst wie sie ist, hat sie von sich aus einen Text für die 42. Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt eingereicht - und gehört nun tatsächlich zu den Teilnehmern, die sich Hoffnungen auf den mit 25 000 Euro dotierten Preis machen können.

Die 28-jährige Wienerin ist eine von 14 Kandidaten, die bei dem renommierten Wettbewerb um den nach der Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (1926 - 1973) benannten Preis sowie vier weitere Literaturpreise konkurrieren. Bekanntester Teilnehmer ist wohl der deutsche Autor Bov Bjerg, der mit «Auerhaus» bereits seinen Durchbruch hatte. Die weiteren deutschen Literaten sind Stephan Groetzner, Ally Klein, Stephan Lohse, Jakob Nolte (alle Berlin), Joshua Groß (Nürnberg), Lennard Loß (Frankfurt am Main), Anselm Neft (Hamburg) und die hauptberufliche Zahnärztin Corinna T. Sievers, die in Herrliberg am Zürichsee lebt.

Eröffnet werden die Literaturtage am Mittwochabend mit einer Rede von Schriftsteller Feridun Zaimoglu. Ab Donnerstag haben die 14 Kandidaten dann jeweils 25 Minuten Zeit, ihre Texte vorzutragen. Wer dann Nachfolger des Bachmann-Preisträgers von 2017, Ferdinand Schmalz, wird, entscheidet sich am Sonntag. Der Deutschlandfunk (12 500 Euro), die Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (10 000 Euro), 3sat (7500 Euro) und die BKS-Bank (7000 Euro) stiften die vier weiteren Preise.

Raphaela Edelbauer hat bisher ein Buch veröffentlicht, für ihr aktuelles Projekt hat sie gerade einen Verlag gefunden. Entsprechend entspannt geht sie in den Wettbewerb, bei dem in früheren Jahren Texte von der Jury auch schonmal zerpflückt wurden. Edelbauer beschäftigt sich derzeit mit den Folgen des Nationalsozialismus, die aus ihrer Sicht auch heute noch zu spüren sind. «Ich glaube, dass die Vergangenheitsbewältigung in Österreich deutlich weniger stattgefunden hat als in Deutschland», sagt Edelbauer.

Für den Wettbewerb in Klagenfurt hat sie über einen realen Bergbau-Schacht in einem Wiener Vorort geschrieben, in dem die Nationalsozialisten Zwangsarbeiter beschäftigten und am Ostermontag 1945 hinrichteten. Der Ort über der Höhle sackt langsam ab - sozusagen zurück in die Geschichte. Es sei ein solider Text, den sie ohne große Angst den sieben Personen in der Jury vorstellen könne, sagt die 28-Jährige.

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