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«Wir sind mehr» - Musiker gegen Rechts

Clueso kommt für ein Konzert nach Chemnitz. Foto: Alexander Prautzsch

Clueso kommt für ein Konzert nach Chemnitz. Foto: Alexander Prautzsch

Berlin (dpa) - Die fremdenfeindlichen Krawalle in Chemnitz beschäftigen viele Musiker - und zwar nicht nur deutsche. Die irischen Rockgrößen U2 fanden zum Auftakt ihrer Europatour in Berlin am Freitagabend deutliche Worte. Künstler wie Sebastian Krumbiegel, BAP oder Clueso rufen dazu auf, sich gegen Rechts zu stellen.

Für Montag ist ein Gratis-Konzert in Chemnitz geplant: Die Toten Hosen, Kraftklub oder Feine Sahne Fischfilet wollen in der sächsischen Stadt unter dem Motto «wirsindmehr» ein Zeichen gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Gewalt setzen.

Prinzen-Sänger Sebastian Krumbiegel rief im Deutschlandfunk dazu auf, sich klar gegen Rechts zu stellen: «Liebe Leute, bitte, bitte, bitte: Zeigt auf der Straße, dass wir nach wie vor die Mehrheit sind.» Der gebürtige Leipziger sagte am Sonntag: «Ich glaube, dass jeder Mensch - egal, ob er ein Künstler ist oder ich sag jetzt mal ein ganz normaler Mensch ist, ober er ein Taxifahrer ist, ob er im Büro arbeitet oder an der Kasse sitzt: Er sollte sich jetzt positionieren.» Für Menschen, die nach wie vor mit Pegida, der AfD, populistischen oder rechtspopulistischen Strömungen sympathisierten, habe er null Verständnis.

Ähnlich äußerte sich der Frontmann der irischen Rockband U2. Sänger Bono rief am Freitagabend mehr als 14 000 Fans in der Berliner Mercedes Benz Arena zu: «Solche Leute gehören nicht zu Europa und diesem Land», erklärte der 58 Jahre alte Sänger beim Konzert der Band. Während der Show der vier Musiker tauchte plötzlich der Slogan «#wirsindmehr» auf dem riesigen Bühnen-Bildschirm auf. Die Menge applaudierte und jubelte.

«Ich wünsche mir, dass wir alle wieder zusammenfinden, auf einen Grundkonsens kommen, zu einer Haltung, einem gemeinsamen Verständnis, das uns alle, die wir hier leben, verbindet», sagte der aus Erfurt stammende Sänger Clueso (38) der «Welt am Sonntag». «Aber jetzt und hier müssen wir klare Grenzen ziehen und «Nein» sagen zu Rassismus und Gewalt.» Demokratie sei auch Arbeit, «viel Arbeit an etwas, das immens wichtig ist und uns alle zusammenhält».

Die Kölner Band BAP postete auf ihrer Homepage Werbung für das geplante Konzert in Chemnitz und stellte dazu einen Song, in dem es heißt: «Wie wär es, wenn du dem Blaumann jetzt sagst, dass du Rassistensprüche gar nicht verträgst?»

In Chemnitz gibt es seit Tagen fremdenfeindliche Demos und Gegenproteste. Auslöser war der Tod eines 35 Jahre alten Deutschen, der am 26. August bei einer Messerattacke in Chemnitz getötet worden war. Zwei Begleiter wurden verletzt. Als Tatverdächtige sitzen ein Iraker und ein Syrer in Untersuchungshaft.

Clueso in der Welt am Sonntag

BAP-Aufruf

Interview mit Sebastian Krumbiegel im DLF

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