Dreiste Abzocke an den Tankstellen: ADAC hält massiven Preisanstieg für willkürlich und unverschämt

Der seit Mitternacht (1. September 2022) aufgehobene Tankrabatt macht sich bereits jetzt schon an nahezu allen Tankstellen deutlich bemerkbar. So stiegen die Preise für Benzin und Diesel vielerorts sprunghaft an. Warum der rasante Preisanstieg laut Ansicht des ADAC gegenüber den Verbraucher:innen in keinster Weise zu rechtfertigen ist:
In Deutschland sind die Spritpreise an den Tankstellen mit dem Auslaufen des Tankrabatts massiv angestiegen. Symbolfoto: picture alliance/dpa | Robert Michael
In Deutschland sind die Spritpreise an den Tankstellen mit dem Auslaufen des Tankrabatts massiv angestiegen. Symbolfoto: picture alliance/dpa | Robert Michael

Ende des Tankrabatts: Preise an Tankstellen schon jetzt sprunghaft angestiegen

Mit dem Auslaufen des Tankrabatts zum heutigen Donnerstag (1. September 2022) sind die Spritpreise an vielen Tankstellen in Deutschland bereits innerhalb weniger Stunden massiv in die Höhe geschnellt. Laut einer Schnellauswertung des ADAC vom Donnerstagmorgen (zwischen 06.00 und 06.30 Uhr) lagen die Spritpreise an rund 400 untersuchten Tankstellen im Raum München, Hamburg und Berlin schon deutlich höher als im gleichen Zeitraum am Mittwoch. „Am Vormittag des 1. September schlugen Mineralkonzerne rund 25 Cent bei Super E10 und rund 10 Cent bei Diesel auf“, heißt es in der aktuellsten Auswertung des ADAC vom Donnerstagvormittag.

Auch im Saarland ist ein massiver Preisanstieg an den Tankstellen zu beobachten

Auch an den Tankstellen im Saarland ist bereits zum jetzigen Zeitpunkt ein teils deutlicher Preisanstieg für Kraftstoffe zu beobachten. Während man für einen Liter E10-Benzin am gestrigen Mittwoch durchschnittlich noch 1,72 Euro gezahlt hatte, sind es heute mit 1,98 Euro schon 26 Cent mehr. Auch das E5-Benzin ist bereits 24 Cent teurer als am Vortag. Am Mittwoch kostete der Kraftstoff noch 1,78 Euro pro Liter, heute sind es im Schnitt bereits 2,02 Euro. Beim Diesel ist der Preisanstieg nicht ganz so massiv. Hier ist im Saarland eine Erhöhung von durchschnittlich 2,12 Euro auf 2,21 Euro zu beobachten.

ADAC: Direkte Preissteigerungen „in keinster Weise zu rechtfertigen“

Dass die Mineralölkonzerne und Tankstellenbetreiber:innen die Spritpreise derart schnell und massiv angezogen haben, hält der ADAC für absolut unredlich. Denn die vollen Tanks an den Tankstellen wurden noch bis gestern zu den niedrigen Steuersätzen befüllt. Während es bei der Einführung des Tankrabatts noch hieß, man könne die Steuerermäßigung nicht sofort an die Autofahrer:innen weitergeben, da man noch zu den alten, höheren Preisen eingekauft habe, scheint dieses Argument nun umgekehrt nicht mehr zu zählen. „Angesichts voller Tanks an den Tankstellen, die bis gestern zu niedrigen Steuersätzen befüllt wurden, ist das gegenüber den Verbrauchern in keiner Weise zu rechtfertigen“, sagte ADAC-Sprecherin Katrin van Randenborgh am Donnerstagvormittag.

Nicht nur der schnelle Preisanstieg, der sich allein durch den Wegfall des Tankrabatts nicht erklären lässt, legt den Verdacht nahe, dass sich viele Tankstellenbetreiber:innen aktuell die Taschen zulasten der Verbraucher:innen voll machen wollen. „Hinzu kommt, dass die Spritpreise in den letzten zwei Wochen bereits um rund 10 Cent bei E10 und rund 20 Cent beim Diesel gestiegen sind. Die Preissteigerungen erreichten in den letzten 14 Tagen beim Diesel fast das Doppelte der ausgelaufenen Steuersenkung von 17 Cent je Liter. Dafür gibt es aus Sicht des ADAC in dieser Höhe keine Grundlage – selbst dann nicht, wenn man Sonderfaktoren herausrechnet wie Transportschwierigkeiten oder Lieferengpässe“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung des ADAC.

Abzocke: Manche Tankstellenbetreiber „besonders unverschämt“ gegenüber den Verbraucher:innen

Der ADAC berichtete am Donnerstag zudem von Fällen besonders dreister Abzocke von manchen Tankstellenbetreiber:innen. Demnach sollen diese ihre Tanks im August noch günstig voll gemacht haben und in den letzten Tagen des Tankrabatts einfach ihre Zapfsäulen gesperrt haben, damit sie den Sprit nun mit deutlich höheren Gewinnmargen verkaufen können. In einer aktuellen Mitteilung des ADAC heißt es dazu: „Besonders unverschämt gegenüber Verbrauchern wertet der ADAC das Verhalten einiger Tankstellenbetreiber, in den letzten Tagen Zapfsäulen gesperrt zu haben, um jetzt zu höheren Preisen abzukassieren. Die Preispolitik der Mineralölkonzerne bleibt willkürlich und intransparent“.

Verwendete Quellen:
– Mitteilung des ADAC
– eigene Recherche