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Frau in Zweibrücken ins Gleisbett geschubst: Neue Details nach erstem Prozesstag bekannt

In Zweibrücken muss sich eine Frau vor dem Landgericht wegen versuchten Totschlags verantworten. Symbolfoto:  Fredrik von Erichsen/dpa

In Zweibrücken muss sich eine Frau vor dem Landgericht wegen versuchten Totschlags verantworten. Symbolfoto: Fredrik von Erichsen/dpa

Am gestrigen Montag (12. August 2019) startete vor der Jugendkammer des Landgerichts Zweibrücken der Prozess gegen eine mittlerweile 19-jährige Frau, die Anfang April eine Bekannte am Zweibrücker Bahnhof ins Gleisbett gestoßen haben soll: Prozessauftakt wegen versuchten Totschlags in Zweibrücken.

Das wirft die Staatsanwaltschaft der Angeklagten vor

Die Angeklagte soll am 06. April 2019 eine 19-jährige Bekannte auf dem Zweibrücker Bahnhof angegriffen und mit Tötungsabsicht auf die Gleise gestoßen haben. Dabei soll die Angeklagte mehrmals "Ich bring' dich um" geschrien haben. Als das Opfer zurück auf den Bahnsteig kletterte, soll die Angeklagte sie erneut mit Schlägen und Tritten attackiert haben. Dabei habe sie ihr Opfer erneut ins Gleisbett gestoßen, obwohl sie wahrgenommen habe, dass zu diesem Zeitpunkt ein Zug in den Bahnhof eingefahren ist.

Staatsanwaltschaft geht von verminderter Schuldfähigkeit aus

Die Staatsanwaltschaft geht allerdings von verminderter Schuldfähigkeit aus, da bei der Angeklagten am Tattag eine Blutalkoholkonzentration von 0,82 Promille festgestellt worden ist.

Auslöser des Streits soll "Fremdgeh-Mail" sein

Die beiden Frauen sollen sich laut Angaben des Zweibrücker Landgerichts bereits am Vorabend der Tat gestritten haben. Beide Frauen hätten zu diesem Zeitpunkt herabwürdigende Nachrichten an den Freund der jeweils anderen gesendet haben. Das Opfer habe in diesem Zusammenhang eine Nachricht an den damaligen Freund der Angeklagten geschickt, in der sie angab, dass die Angeklagte die Nacht nach einer feucht-fröhlichen Party mit anderen Männern verbracht habe. Daraufhin habe der damalige Freund der Angeklagten den Kontakt zu dieser abgebrochen und sie auf seinem Handy blockiert. Im Anschluss an diese Vorgänge sei die Situation am Folgetag eskaliert.

Lokführer sagt aus

Dass die Situation aus dem Ruder gelaufen sei bestätigte auch der Lokführer, der den einfahrenden Zug am Tattag gerade so zum Stehen bringen konnte. Der 48-jährige Mann aus Völklingen gab an, dass er geschockt gewesen sei, als er bemerkte, dass sich beim Einfahren des Zuges eine Person im Gleisbett befand. Reflexhaft habe er den Zug stärker als üblich abgebremst und ein Warnsignal gegeben.

Mit den Worten "Gott sei Dank ist nichts passiert" leitete der Lokführer seine weitere Aussage ein. Er schilderte dem Gericht, dass der heftige Streit zwischen den beiden Frauen auch im Zug Richtung Saarbrücken noch weiter ging. Mehrere Fahrgäste hätten sich wegen der Auseinandersetzung der beiden Frauen bei ihm beschwert, sodass er in Höhe Einöd seinen Führerstand verließ, um die beiden Frauen zurechtzuweisen. Da sich die beiden Frauen allerdings auch dann noch nicht beruhigten, habe er die Polizei gerufen, woraufhin Beamte der Bundespolizei die beiden Kontrahentinnen aus dem Zug entfernten.

Angeklagte schweigt zum Tatvorwurf

Die Angeklagte schwieg am ersten Verhandlungstag zu den Tatvorwürfen und verfolgte den Prozess mit Tränen in den Augen. Sie wolle sich erst zu einem späteren Zeitpunkt über ihren Verteidiger, Rechtsanwalt Max Kampschulte aus Zweibrücken, zu der Sache äußern.

So geht der Prozess vor dem LG Zweibrücken weiter

Die Verhandlung wird am Donnerstag (15. August 2019) ab 09:30 Uhr am Landgericht Zweibrücken fortgesetzt. Dann soll es zu der Vernehmung der Geschädigten und weiteren Zeugen kommen. Bis Ende August sind insgesamt sechs Verhandlungstermine eingeplant.

Verwendete Quellen:
• Eigene Recherche
• Bericht des "Pfälzischen Merkur"
• Bericht der "Rheinpfalz"

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