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Mutmaßliches Folteropfer belastet in Zweibrücken verhafteten Syrer schwer

Ein mutmaßliches Folteropfer belastet den in Zweibrücken festgenommenen ehemaligen syrischen Geheimdienstmitarbeiter schwer. Symbolfoto: Michelle Shephard/dpa-Bildfunk

Ein mutmaßliches Folteropfer belastet den in Zweibrücken festgenommenen ehemaligen syrischen Geheimdienstmitarbeiter schwer. Symbolfoto: Michelle Shephard/dpa-Bildfunk

Ehemaliger syrischer Geheimdienstmitarbeiter in Zweibrücken festgenommen

Am vergangenen Mittwoch wurde in Zweibrücken ein 42-jähriger Mann festgenommen, der für den syrischen Geheimdienst gearbeitet und dabei geholfen haben soll, mindestens 2.000 Menschen zu foltern: Syrischer Ex-Geheimdienstler wegen Foltervorwürfen in Zweibrücken festgenommen.

Mutmaßliches Folteropfer belastet den Ex-Geheimdienstler schwer

Knapp eine Woche nach der Festnahme meldete sich nun ein mutmaßliches Folteropfer zu Wort und belastet den ehemaligen syrischen Geheimdienstmitarbeiter schwer. Bei dem Opfer handelt es sich um einen in Hessen lebenden deutschen Staatsbürger mit syrischer Herkunft, der laut eigenen Angaben im Jahr 2011 im Rahmen einer privaten Reise grundlos inhaftiert und in einem Gefängnis nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus gefoltert wurde.

Das mutmaßliche Opfer, das aufgrund der traumatischen Erlebnisse unerkannt bleiben möchte, schilderte gegenüber dem "Hessischen Rundfunk (HR)" und dem "Südwestrundfunk (SWR)" nun Einzelheiten zu seiner damaligen Inhaftierung.

Laut Angaben des Mannes haben seine Peiniger ihn unter anderem mit den Handgelenken an einem Fenster gefesselt und aufgehängt, ihn mit Stromstößen in den Genitalbereich gequält und mit Stöcken bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen.

Gegenüber dem "SWR" schildert das Opfer, dass er einen seiner Peiniger nach Tagen verzweifelt um Wasser gebeten habe: "Ich habe ihn drei Tage lang nach Wasser angefleht. Ich wollte nur Wasser. Dann bringt er mir einen Eimer, wo die Leute (Fäkalien) reingemacht haben. Und er schüttet (das Wasser) da rein und ich habe es getrunken.“

Als er in eine Folterzelle gebracht wurde, habe er gesehen wie etwa zehn Leichen übereinander gestapelt worden seien. Man habe ihm daraufhin gesagt, dass das auch sein Grab werden würde. Einer der Peiniger habe dann allerdings beschlossen, dass man ihn aufgrund seiner deutschen Papiere lieber "irgendwohin schmeißen solle". So habe man den Mann nach sechs Tagen grausamer Folter einfach in einen Straßengraben geworfen.

Bei diesen schlimmen Folterungshandlungen soll laut Angaben des mutmaßlichen Opfers auch der in Zweibrücken festgenommene Ex-Geheimdienstler dabei gewesen sein.

Opfer stark traumatisiert

Das mutmaßliche Opfer gab gegenüber dem "HR" und dem "SWR" an, dass er aufgrund dieser unmenschlichen Erlebnisse noch heute wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung in psychologischer Behandlung sei. Nach seiner Rückkehr nach Deutschland habe er innerhalb von nur zwei Monaten 39 Kilogramm an Gewicht verloren.

Um mit seinen Erlebnissen nun abschließen zu können, hat er gegen den in Zweibrücken festgenommenen Ex-Geheimdienstmitarbeiter Anzeige erstattet. Das hat ein Sprecher des Polizeipräsidiums Südosthessen gegenüber dem "Hessischen Rundfunk" bestätigt.

Verwendete Quellen:
• Südwestrundfunk
• Hessischer Rundfunk
• Deutsche Presseagentur
• Eigener Bericht

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