Heiko Maas gegen übereilte Aufhebung von Reisewarnungen

Außenminister Heiko Maas (SPD) hat sich gegen eine vorschnelle Aufhebung der Reisewarnungen ausgesprochen. Gegenüber den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“ äußerte Maas, dass es keine Schnellschüsse geben dürfe. Mann könne und werde im Sommer nicht noch einmal eine Viertelmillion Menschen aus dem Urlaub zurückholen.

Außenminister Heiko Maas will keine Schnellschüsse bei der Aufhebung von Reisewarnungen riskieren. Archivfoto: Kay Nietfeld/dpa
Außenminister Heiko Maas will keine Schnellschüsse bei der Aufhebung von Reisewarnungen riskieren. Archivfoto: Kay Nietfeld/dpa

Maas: Besonnenheit bei Aufhebung der Reisewarnungen

Außenminister Heiko Maas wirbt für Besonnenheit bei der Aufhebung der weltweiten Reisewarnungen. „Wenn Leute nicht nur wieder ins Ausland fliegen können, sondern auch mit hinreichender Sicherheit zurückkommen, dann können wir die Reisewarnung schrittweise zurückfahren“, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der „Funke Mediengruppe“. „Es darf dabei aber keine Schnellschüsse geben. Wir können und werden im Sommer nicht noch einmal eine Viertelmillion Menschen aus dem Urlaub zurückholen“, führte Maas weiter aus. 

In Deutschland gilt für Auslandsreisen weiterhin eine weltweite Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. Die Warnung wurde am vergangenen Mittwoch (29. April 2020) bis Mitte Juni verlängert. Schon Ende Juni beginnen in einigen Bundesländern die Sommerferien. Maas stellte in Aussicht, die Reisewarnung für einige Länder schneller zurückzunehmen als für andere. Manche Staaten „konnten den Ausbruch früh durch drastische Maßnahmen eindämmen und fürchten, sich das Virus wieder ins Land zu holen, wenn sie die Grenzen öffnen“, sagte Maas. Auch deshalb wolle er nicht ausschließen, dass es zu differenzierten Lösungen komme.

Maas über die Grenzöffnungen in Europa

Maas betonte, dass die Grenzen in Europa „keinen Tag länger als nötig“ geschlossen bleiben dürften. Als Saarländer sei ihm „sehr bewusst, was die aktuellen Beschränkungen für das Zusammenleben in den Grenzregionen bedeuten“. Aber auch bei den Grenzöffnungen müsse die Bundesregierung „kontrolliert und koordiniert vorgehen, um nicht die Fortschritte im Kampf gegen das Virus aufs Spiel zu setzen, für die wir alle in den letzten Wochen einen Teil unseres normalen Lebens geopfert haben“, so Maas. 

Verwendete Quellen:
– Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung
– Deutsche Presseagentur