Sektenpfarrer aus Mettlach zu vier Jahren Haft verurteilt

Das Landgericht in Saarbrücken hat einen ehemaligen Jugendpastor aus Mettlach wegen sexuellem Missbrauch zu vier Jahren Haft verurteilt.

Der Angeklagte steht seit Montag vor Gericht. Foto: BeckerBredel
Der Angeklagte steht seit Montag vor Gericht. Foto: BeckerBredel

Der Pfarrer gehörte der sektenähnlichen „Gemeinde ohne Mauern“ an. Ihm wurde sexueller Missbrauch in 52 Fällen vorgeworfen. Das Landgericht verurteilte ihn zu vier Jahren Haft. Das berichtet der „SR“.

Zwischen 2013 und 2018 verging sich der Verurteilte in seinem Haus in Mettlach wiederholt an zwei Mädchen, die zum Zeitpunkt der Vorfälle zwischen 15 und 18 Jahren alt waren. Er sei für die sexuelle Aufklärung der beiden Opfer zuständig gewesen.

Pfarrer nutzte die Abhängigkeit der Mädchen aus

Wie die Richter am heutigen Donnerstag (5. November 2020) erklärten, habe sich der Pfarrer als „Handschuh Gottes“ und die Taten als „Heilung“ betrachtet. Dies sei jedoch nur Vorwand gewesen, um seine sexuellen Neigungen auszuleben. Dazu nutzte er seine Stellung und die Abhängigkeit seiner Opfer aus, die ihn per Hand, oral und anal befriedigen mussten. 

Im Jahr 2018 hatte sich der Pfarrer selbst angezeigt. Die „Gemeinde ohne Mauern“ meldete daraufhin Insolvenz an.

Mehr zum Thema:
3. November 2020: Sekten-Pfarrer aus Mettlach soll Mädchen missbraucht haben
24. Juni 2020:  Missbrauch in 54 Fällen: Anklage gegen Sekten-Pfarrer aus Mettlach
22. November 2018: Missbrauchsvorwürfe gegen ehemaligen Mettlacher Pastor

Verwendete Quellen:
– Saarländischer Rundfunk
– eigene Berichte