Nach tödlichen Schüssen auf Polizeikräfte: Pressekonferenz mit neuen Erkenntnissen

Unter anderem Polizei und Oberstaatsanwaltschaft haben am Nachmittag eine Konferenz in Bezug auf die tödlichen Schüsse nahe Kusel abgehalten. An dieser Stelle gibt es die neuesten Erkenntnisse zum Nachlesen:
Polizisten bringen einen der Tatverdächtigen (weißer Overall) nach dem Haftprüfungstermin am Landgericht Kaiserslautern aus dem Justizgebäude in ein Fahrzeug.. Am Vortag wurden in der Nähe auf der Kreisstraße 22 eine Polizistin und ein Polizist bei der Durchführung einer Verkehrskontrolle erschossen. Foto: dpa/picture alliance/Harald Tittel
Polizisten bringen einen der Tatverdächtigen (weißer Overall) nach dem Haftprüfungstermin am Landgericht Kaiserslautern aus dem Justizgebäude in ein Fahrzeug.. Am Vortag wurden in der Nähe auf der Kreisstraße 22 eine Polizistin und ein Polizist bei der Durchführung einer Verkehrskontrolle erschossen. Foto: dpa/picture alliance/Harald Tittel

Konferenz nach tödlichen Schüssen auf Polizeikräfte nahe Kusel

Live aus dem Justizzentrum in Kaiserslautern hat unter anderem die rheinland-pfälzische Polizei am heutigen Dienstagnachmittag (1. Februar 2022) zu den tödlichen Schüssen nahe Kusel eine Pressekonferenz abgehalten. Die anwesenden Sprecher:innen:

  • Oberstaatsanwalt Dr. Udo Gehring
  • Oberstaatsanwalt Stefan Orthen
  • Michael Denne vom Polizeipräsidium Westpfalz
  • Heiner Schmolzi vom Polizeipräsidium Westpfalz
  • Frank Gautsche vom Polizeipräsidium Westpfalz
  • Pressesprecherin Melanie Mohrbach vom Landespolizeipräsidium Saarland

Das sind die wichtigsten Ergebnisse der Konferenz im Ticker:

Kontrollmaßnahmen wegen Eigentumskriminalität

  • die Polizeikräfte aus dem Saarland (24 und 29 Jahre alt) waren in der Nacht zum Montag wegen Kontrollmaßnahmen aufgrund Eigentumskriminalität unterwegs gewesen, hieß es
  • vor Ort fanden weitere Einsatzkräfte (nach den tödlichen Schüssen) unter anderem den Ausweis des später festgenommenen 38-jährigen Verdächtigen
  • mehrere Objekte im Saarland wurden nach Ermittlungsmaßnahmen/Hinweisen untersucht

Festnahmen im Saarland

  • zwei Wohnobjekte in Sulzbach haben sich im weiteren Verdacht „herauskristallisiert“. Dorthin seien unter anderem Spezialkräfte ausgerückt
  • Es folgte eine widerstandslose Festnahme des 38-Jährigen
  • Ein 32-jähriger, weiterer Verdächtiger, wurde ebenso ohne Widerstand festgenommen

Haftbefehl gegen Tatverdächtige

  • beide Beschuldigten befinden sich in Untersuchungshaft – denn es bestehe Fluchtgefahr
  • die Ermittlungsrichter gehen von gemeinschaftlichem Mord aus
  • beide Beschuldigten sollen im Kreis Kusel unterwegs gewesen sein, um zu wildern (tote Wildtiere im Wagen festgestellt)
  • die Beschuldigten gerieten in eine Verkehrskontrolle; kurz danach erfolgte der Hilferuf der Beamt:innen
  • eine der Tatwaffen ist wohl eine Schrotflinte, eine andere wiederum ein Jagdgewehr (das decke sich mit den „Verletzungsbildern“). Beide Tatverdächtigen sollen geschossen haben

Wohl Wilderei verdeckt

  • der Mord soll womöglich erfolgt sein, um die Wilderei zu verdecken
  • die „Wirtschaftlichen Verhältnisse“ der Beschuldigten seien „alles andere als geordnet“. Den älteren der beiden Beschuldigten betrifft ein Insolvenzverfahren

Antworten zu Fragen der Presse

  • der Hauptverdächtige ist bereits polizeilich in Erscheinung getreten, auch der 32-jährige Verdächtige. „Keiner von beiden hat eine rechtskräftige Vorstrafe“, heißt es
  • „Etliche Waffen“ wurden gefunden. Die Kriminalpolizei ermittelt in diesem Zusammenhang weiter
  • es gibt keine „Bodycam“-Aufnahmen zu der Tat
  • die getötete Polizei-Anwärterin hatte bereits Trainings absolviert, „sie war fast eine fertige Polizistin“
  • beide Tatverdächtigen kennen sich, sind aber nicht verwandt
  • der jüngere Tatverdächtige (32) hat die Wilderei eingeräumt, aber bestritten, geschossen zu haben. Der 38-Jährige schweigt bislang
  • beide Polizeikräfte wurden „im Kopf getroffen“. Ein Schuss fiel auf die Beamtin, insgesamt vier auf den Beamten
  • die Polizei geht davon aus, dass zwei Personen geschossen haben
  • Die Polizei-Anwärterin war planmäßig im Nachtdienst in Kusel unterwegs
  • beide Verdächtigen haben wohl keine Verletzungen; es sind Beschädigungen an einem Wagen zu sehen
  • die Polizei ermittelt auch zu Posts im Internet, in denen sich Personen mit den Tätern solidarisieren
  • der 38-jährige Tatverdächtige hat sich nicht über seine Anwältin gestellt
  • Langwaffen und Munition wurden sichergestellt
  • spekulativ gesehen stehe für die Tatverdächtigen eine lebenslange Freiheitsstrafe im Raum
  • bislang sind 148 Hinweise in Verbindung mit der Tat eingegangen
  • 15.12 Uhr: die Pressekonferenz ist beendet

Alle Erkenntnisse der Konferenz findet ihr an dieser Stelle ausführlich geschildert: „Kusel: Auf Polizisten geschossen, um Wilderei zu verdecken“.

Verwendete Quellen:
– Pressekonferenz der Polizei im Livestream
– eigene Berichte
– Deutsche Presse-Agentur