Saar-Pflegegesellschaft fordert, Tätigkeitsverbote für Ungeimpfte auszusetzen

Die Corona-Impfpflicht für Pflegekräfte läuft zum Jahresende aus. Die Saarländische Pflegegesellschaft (SPG) übt nun Kritik an ausgesprochenen Tätigkeitsverboten. Sie fordert, diese auszusetzen.
Die Corona-Impfpflicht für Personal in Kliniken und Pflegeheimen soll voraussichtlich Ende des Jahres auslaufen. Trotzdem wurden im Saarland noch Tätigkeitsverbote ausgesprochen. Symbolfoto: Marijan Murat/dpa-Bildfunk
Die Corona-Impfpflicht für Personal in Kliniken und Pflegeheimen soll voraussichtlich Ende des Jahres auslaufen. Trotzdem wurden im Saarland noch Tätigkeitsverbote ausgesprochen. Symbolfoto: Marijan Murat/dpa-Bildfunk

Tätigkeitsverbote trotz baldigem Auslaufen der Impfpflicht

Die Saarländische Pflegegesellschaft (SPG) kritisiert kürzlich ausgesprochene Tätigkeitsverbote für Ungeimpfte angesichts des Auslaufens der Corona-Impfpflicht für Pflegekräfte zum Jahresende. „Dass in dieser Situation für wenige Wochen oder gar Tage Beschäftigungsverbote für das dringend benötigte Pflegepersonal verhängt werden, ist überhaupt nicht nachvollziehbar“, so der Vorsitzende der Gesellschaft, Holger Wilhelm, am Mittwoch (7. Dezember 2022) in Saarbrücken.

SPG fordert, die Beschäftigungssperren auszusetzen

Der saarländische Sozialminister Magnus Jung (SPD) solle dem Beispiel anderer Bundesländer folgen und von Beschäftigungsverboten absehen. Die Pflegegesellschaft habe kein Verständnis dafür, dass der Regionalverband Saarbrücken und auch die Landkreise Merzig-Wadern und Saarlouis kürzlich Verbote für ungeimpfte Pflegekräfte und andere ungeimpfte Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen ausgesprochen hatten.

Impfpflicht habe Personalengpässe weiter verschärft

„Die Altenhilfeeinrichtungen können es sich nicht leisten, weitere Pflegekräfte zu verlieren„, meint Wilhelm. Die seit März geltende einrichtungsbezogenen Impfpflicht habe dazu geführt, dass zahlreiche Pflegekräfte aus dem Beruf ausgestiegen seien. Die bereits vor der Pandemie angespannte Personalsituation habe sich so weiter verschärft.

Im Saarland vertritt die SPG stationäre und teilstationären Altenhilfeeinrichtungen, ambulante Dienste der Wohlfahrtsverbände und privat-gewerbliche Pflegedienste. Insgesamt betreuen über 13.600 Mitarbeiter:innen in rund 340 Einrichtungen etwa.18 000 Menschen.

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presse-Agentur