Autoscheibe schnell eisfrei kriegen

Eis auf dem Auto entfernen: Dieser Fehler kann teuer werden

Wenn die Temperaturen sinken, beginnt für viele Autofahrende morgens das lästige Freikratzen der Scheiben. Manche vermeintlich "cleveren Tricks" richten mehr Schaden an, als sie nutzen. Und auch wer es besonders eilig hat, sollte aufpassen: In einigen Fällen drohen sogar Bußgelder.

Jasmina Zekic

Online-Redakteurin aus Trier

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· · 4 Min. Lesezeit
Ein Mann kratzt am Morgen eine Autoscheibe von einer Eisschicht frei.
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Ein vermeintlich "cleverer Trick" soll helfen, die Autoscheibe schnell von Eis zu befreien. Allerdings kann dieser sehr teuer werden. Symbolfoto: Bernd Weißbrod/dpa

Eis auf dem Auto entfernen: Dieser Fehler kann teuer werden

Morgens muss es oft schnell gehen. In den kalten Monaten macht einem allerdings eine gefrorene Autoscheibe einen Strich durch die Rechnung. Das morgendliche Eiskratzen wird zum lästigen Ritual für Autofahrende. Da liegt der Gedanke nahe, mit heißem Wasser nachzuhelfen und das Eis in wenigen Sekunden loszuwerden. Doch genau das kann kostspielig werden: Wer kochendes Wasser auf eine eiskalte Scheibe kippt, riskiert Schäden.

Heißes Wasser kann die Autoscheibe beschädigen

Vor der schnellen Enteisungsmethode warnen unter anderem der Auto Club Europa (ACE) und der ADAC. Der Grund sind die großen Temperaturunterschiede. Trifft nahezu 100 Grad heißes Wasser auf eine stark ausgekühlte Scheibe, kann diese beschädigt werden. So entstehen Spannungsrisse in der Verglasung. Im schlimmsten Fall muss sie ausgetauscht werden. Das kostet nicht nur Geld, sondern auch Zeit.

Auch lauwarmes oder kaltes Wasser ist keine gute Idee, denn dieses würde zwar das Eis antauen, aber es würde sofort wieder festfrieren und die Eisschicht wäre noch dicker und schwieriger abzubekommen. Statt zum Wasserkocher sollten Autofahrende deshalb lieber zu bewährten Hilfsmitteln greifen.

Mit dem richtigen Eiskratzer wird die Scheibe schnell wieder frei: Darauf kommt es an

Um die Scheibe von Eis zu befreien, eignet sich etwa ein Eiskratzer aus Kunststoff. Modelle mit zwei unterschiedlichen Seiten erleichtern die Arbeit: Eine verzahnte Seite kann dickere Eisschichten aufrauen, mit der glatten Seite lässt sich das Eis anschließend wegschieben. Ein integrierter Besen ist optimal, weil das Auto oft zusätzlich eingeschneit ist. Das Auto muss vor der Fahrt nicht nur von Eis befreit sein, sondern auch von Schnee. Andere Verkehrsteilnehmende dürfen nicht durch Schnee behindert werden, der sich vom Fahrzeug löst. Auch das Kennzeichen muss lesbar und frei von Eis und Schnee sein.

Ein integrierter Besen hilft das Auto schnell von Schnee zu befreien. Foto: Sina Schuldt/dpa

So vermeidest du Kratzer

Wichtig ist, nicht mit unnötig viel Kraft über die Scheibe zu gehen. Kleine Schmutzteilchen können dabei wie Schmirgelpapier wirken und Kratzer hinterlassen. Auch CDs oder Kreditkarten sind kein geeigneter Ersatz für einen Eiskratzer. Besser sind die zuvor genannten Kunststoffkratzer oder Enteiserspray, welches das Entfernen der Eisschicht erleichtern kann. Einmal auf die Scheibe gesprüht, entfalten sie ihre Wirkung und lassen das Eis schmelzen. Doch wie lange es guten Durchblick gibt, hängt von der Rezeptur des Scheibenenteisers ab. Vor allem ist darauf zu achten, dass die Mittel keine Schlieren oder Schmierschleier auf der Scheibe hinterlassen.

Wer kein fertiges Spray zur Hand hat, kann sich laut den Heimwerkern von „Selbst.de“ auch selbst eine Mischung herstellen: Dafür werden Wasser und Spiritus zu gleichen Teilen vermischt und in eine Sprühflasche gefüllt.

Diese Sachen sind verboten – Bußgelder drohen

Wer nur ein Guckloch in der Windschutzscheibe freikratzt, um schnell loszufahren, riskiert ein Bußgeld. Dem ADAC zufolge müssen Verkehrsteilnehmende mit einem Bußgeld zwischen 10 und 35 Euro rechnen. Auch durch die restlichen Scheiben sollte die Sicht frei sein. Auch verboten ist es, den Motor warmlaufen zu lassen statt Eis zu kratzen. Das Warmlaufen ist durch die Straßenverkehrsordnung (StVO) verboten, denn es schadet der Umwelt und macht Lärm. Hier droht ein Bußgeld von bis zu 80 Euro zuzüglich Verwaltungskosten, so der ADAC.

Mit Abdeckfolien lässt sich Frost auf den Scheiben vorbeugen

Wer sich das morgendliche Eiskratzen ersparen möchte, kann bereits am Vorabend vorsorgen. Eine spezielle Eisschutzfolie verhindert, dass die Autoscheiben über Nacht zufrieren. Sie wird abends über die Windschutzscheibe gelegt und mithilfe der Autotüren befestigt. Solche Folien sind bereits ab etwa zehn Euro erhältlich.

Als Notlösung eignet sich auch ein stabiler Pappkarton. Auf alte Zeitungen sollten Autofahrende dagegen verzichten, mahnt der ADAC. Diese können festfrieren und lassen sich anschließend nur schwer wieder entfernen. Als Tipp nennt der Automobilclub zudem noch Socken für die Außenspiegel. So werden die Seitenspiegel vor Frost geschützt.

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