Wie gefährlich sind Affenpocken? Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick

Nach dem Auftreten erster Fälle von Affenpocken in Deutschland fragen sich viele Menschen, wie gefährlich die Infektionskrankheit ist. Wir haben die wichtigsten Informationen hierzu für euch zusammengetragen:
Nach der bisherigen Informationslage zum Affenpockenvirus sehen Expert:innen keine Epidemie-Gefahr. Vorsicht und Aufklärung sei dennoch angebracht. Symbolfoto: picture alliance/dpa/XinHua | Xue Yuge
Nach der bisherigen Informationslage zum Affenpockenvirus sehen Expert:innen keine Epidemie-Gefahr. Vorsicht und Aufklärung sei dennoch angebracht. Symbolfoto: picture alliance/dpa/XinHua | Xue Yuge

Die wichtigsten Informationen über die Affenpocken

Nachdem Anfang Mai in Großbritannien ein Fall von Affenpocken nachgewiesen worden war, kam es nun auch zu den ersten Fällen in Deutschland. So wurden in den vergangenen Tagen Affenpocken-Fälle aus Bayern, Berlin, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg gemeldet. Im Saarland gab es bislang noch keine nachgewiesene Infektion. Dennoch fragen sich natürlich auch die Menschen hierzulande, wie gefährlich die Affenpocken sind und ob gar eine neue Epidemie droht. Wir haben die wichtigsten Informationen hierzu für euch zusammengetragen.

Was sind die Affenpocken?

Bei den Affenpocken handelt es sich um eine Erkrankung, die durch ein Virus ausgelöst wird. Der Erreger wurde erstmals im Jahr 1958 in einem dänischen Labor bei Affen nachgewiesen. Daher auch der Name Affenpocken. Natürliche Wirte des Erregers sind eigentlich verschiedene Nagetiere. Affen gelten hingegen als sogenannte Fehlwirte. Das Affenpockenvirus ist auch auf den Menschen übertragbar.

Wie werden die Affenpocken übertragen?

Die Affenpocken können sowohl von Tieren auf den Menschen übertragen als auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Nach den Informationen des Robert-Koch-Instituts gibt es demnach verschiedene Ansteckungswege:

  • Kontakt mit Pocken, Blut, Gewebe oder Ausscheidungen infizierter Tiere (in erster Linie verschiedener Nagetiere)
  • Verarbeitung von Fleisch erkrankter Tiere oder Verzehr von infizierten Tieren/Tierteilen
  • Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten und nur bei engem Kontakt möglich, kann aber durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten oder Schorf der Affenpocken-Infizierten auftreten, vermutlich auch im Rahmen von sexuellen Handlungen. Eine Übertragung bereits in der sogenannten Prodromalphase (Vorphase der Krankheit) ist bei engem Kontakt durch ausgeschiedene Atemwegssekrete möglich.

Was sind die Symptome von Affenpocken?

Zu den Symptomen der Affenpocken zählen:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Halsschmerzen
  • Muskelschmerzen
  • geschwollene Lymphknoten
  • wenige Tage nach dem Auftreten von Fieber: Pusteln auf der Haut, die im Aussehen an Menschenpocken erinnern (diese verkrusten im weiteren Verlauf und fallen dann ab).

Wie gefährlich sind Affenpocken?

Das Virus verursacht meist nur milde Symptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und Hautausschlag. Affenpocken können aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen, in Einzelfällen sind sogar tödliche Erkrankungen möglich. Das Robert-Koch-Institut schreibt hierzu: „Im Gegensatz zu den seit 1980 ausgerotteten Menschenpocken verlaufen Affenpocken jedoch in der Regel deutlich milder; die meisten Menschen erholen sich innerhalb von mehreren Wochen. Insgesamt ist die Prognose daher als günstig zu bewerten, allerdings können bei einigen Betroffenen auch schwere Verläufe auftreten. Bei Kindern unter 16 Jahren, die mit der zentralafrikanischen Virusvariante infiziert sind, beobachtet man eine Letalität von bis zu 11 Prozent“.

Droht durch die Affenpocken eine weitere Pandemie oder Epidemie?

Die Gefahr einer weiteren Pandemie durch das Affenpockenvirus sehen Wissenschaftler:innen derzeit nicht. Selbst die Gefahr einer größeren oder längeren Epidemie in Europa oder Deutschland wird aus Sicht von Expert:innen als äußerst gering eingeschätzt. Ein Grund dafür liege demnach in der vergleichsweise schwierigen Übertragung des Affenpockenvirus. In Verbindung mit adäquaten Eindämmungsmaßnahmen zur Diagnose und Kontaktermittlung führe das mehrheitlich zu kurzen Infektionsketten. In der Forschung sind bislang nur Infektionsketten von höchstens sechs bis neun Menschen bekannt. Dennoch warnen Expert:innen zur Vorsicht, da die Zahl der Affenpocken-Infektionen in nächster Zeit steigen könne. Um die weitere Ausbreitung zu stoppen, sei es dringend notwendig, das Bewusstsein für die Virenerkrankung zu erhöhen.

Verwendete Quellen:
– Informationen des Robert-Koch-Instituts
– Informationen der Weltgesundheitsorganisation WHO
– Deutschlandfunk
– Deutsche Presse-Agentur