Gewaltiger Felsrutsch am „roten Felsen“ in Trier an der B 53: Schutzzaun hat gute Arbeit geleistet (Bildergalerie)

Am Donnerstag kam es am "roten Felsen" in Trier zu einem gewaltigen Felsrutsch. Dieser hat in einem Weinberg große Schäden angerichtet.
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Riesiger Felsrutsch

Am roten Felsen in Trier haben sich am Donnerstag,27.01.2023 mehrere größere Steinbrocken gelöst. Sie rutschten laut Polizei über einen Weinberg hinunter bis an einen Zaun vor der Bundesstraße 53. Bei dem Zaun, der das Gestein aufgehalten habe, handele es sich um einen speziellen Steinschlag-Zaun, der 2009 nach einem ähnlichen Ereignis aufgestellt worden sei, teilte der zuständige Landesbetrieb Mobilität (LBM) Rheinland-Pfalz in Koblenz mit.

Untersuchungen in den nächsten Tagen

Der Zaun sei durch den „akuten Steinschlag nicht unzulässig verformt“ worden und werde – nach Räumung der Felsmassen – wieder in seinen ursprünglichen Zustand versetzt. Zur Sicherung der Straße werde die abgegangene Felspartie geologisch untersucht, um möglichen weiteren Ereignissen frühzeitig begegnen zu können, sagte die LBM-Sprecherin.

Falls erforderlich sollten „noch akut bruchgefährdete Stellen“ kontrolliert abgebrochen oder mit Nägeln und Seilen stabilisiert werden. Die Untersuchung sowie die Vorbereitung und Umsetzung von Räumung und Reparatur am Zaun werde mehrere Tage dauern. Solange werde die zulässige Höchstgeschwindigkeit an der Strecke auf Tempo 30 begrenzt und der Hang täglich kontrolliert.

Zaun hat gute Arbeit geleitet

Unterdessen ist Tobias Reiland, kaufmännischer Direktor der Vereinigten Hospitien in Trier erste einmal erleichtert, dass hier kein Mensch zu Schaden kam. „Das sind schon gewaltige Bilder, die man zu sehen bekommt, wenn man aus der Stadt in Richtung Ehrang fährt und sieht wie groß das Ausmaß des Felsrutsches ist.“ Und in der Tat, der dickste Brocken ist etwa 4 Meter lang. Er steht am Nachmittag mit dem LBM schon mehrere Stunden an der B 53. Sein Telefon klingelt ununterbrochen. Die Medien der Region rufen an, um mehr über den Erdrutsch zu erfahren. „Nun wir wissen ja, dass hier ein Gebiet ist, welches von solchen Erdrutschen betroffen sein könnte. Nicht umsonst ist der riesige Zaun errichtet worden, auch wenn er nicht in die Landschaft passt. Aber heute wurde uns gezeigt, wie wichtig er ist“ so Reiland.

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Bagger rollt an

Am späten Nachmittag rollt eine Firma mit einem Bagger an. Sie sollen die schweren Brocken, welche in dem Zaun hängen von Innen weiter weg von der Straße ziehen. Doch so einfach funktionierte es nicht. Der Boden am Weinberg ist einfach zu aufgeweicht. Der Bagger kommt nicht weit voran und musste abbrechen. Also entschied man sich kurzerhand, die Gesteine von außen nach Innen zu drücken, sodass der Zaun wieder frei ist und nicht unter Spannung steht. Und das gelingt auch relativ gut.

350 Reben beschädigt

„Nun müssen erst einmal die Spezialisten hier ans Werk. Vorher wird am Weinberg nichts passieren. Die Gefahr ist einfach zu groß. Und dann werden wir sehen, wann und wie wir im Berg aufräumen können. Eines steht fest, das wird alles Zeit kosten“ ist sich Tobias Reil sicher. Und wie hoch sind die Schäden am Weinberg? „Es wurden wohl etwa um die 350 Reben zerstört oder teilweise beschädigt. Diese betroffenen Weinstöcke sind etwa 20 Jahre alt.“ so der  Direktor der Vereinigten Hospitien in Trier. Glück im Unglück- denn nicht unweit daneben fangen die Reben an, welche bereits über 60 Jahre alt sind.

Mögliche Ursache

Als mögliche Ursache spricht auch Tobias Reiland mit uns, er ist kein Experte, aber hier kann man festhalten, dass wohl der Hauptgrund das Wetter war. Es hat in den letzten Tagen viel geregnet. Das Wasser ist in jede Spalte der Felsen eingedrungen. Nun wurde es am Mittwoch schlagartig kälter mit Frost. So ist das Wasser eingefroren und wirkte wie ein Panzer, welches dann die enorm großen Brocken löste.

Eigene Recherche und dpa