Um 20:33 Uhr war es vorbei: Weltkriegsbombe in Trier erfolgreich entschärft

Am Mittwochmittag, 31.08.2022, wurde am Augustinerhof in Trier eine Bombe aus dem zweiten Weltkrieg bei Sondierungsarbeiten gefunden - und am Abend erfolgreich entschärft.
(c) Florian Blaes
(c) Florian Blaes

Fund am Morgen – Entschärfung am Abend 

Schon früh positionierte sich das Ordnungsamt der Stadt Trier zwischen dem Rathaus und dem Theater. Dort lag in drei Metern Tiefe eine britische Weltkriegsbombe, die bei Baggerarbeiten, nach einer Sondierung, gefunden wurde. Es war die letzte Stelle, von der man ausging, dass es eine Bombe geben könnte und prompt, kam es so. Der Krisenstab der Stadt Trier kam sogleich zusammen und man entschied mit allen Verantwortlichen noch am gleichen Tag, die Evakuierung und Entschärfung durchzuführen.

Nicht alle wollten die Häuser verlassen 

Die Evakuierung des Gebietes in einem Umkreis von 300 Metern um den Fundort hatte planmäßig um 18 Uhr begonnen. Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren gingen von Haus zu Haus und informierten insgesamt 2.334 betroffene Bewohnerinnen und Bewohner in 1.681 Haushalten noch einmal persönlich darüber, dass sie das Gebiet zu verlassen hätten. In sechs Fällen musste die Polizei Trier hinzugezogen werden, um Bewohner aus der Wohnung zu eskortieren.

Die Verpflichtung, dies zu tun, war zuvor über eine Allgemeinverfügung der Stadtverwaltung geregelt worden. Die Stadt prüft in den Fällen nun die Einleitung von Ordnungswidrigkeitsverfahren, so die Stadt Trier.

Urlauber und Besucher waren überrascht 

Nach und nach wurde es in der Evakuierungszone immer leerer. Am Abend wurden dann die beiden Parkhäuser geschlossen. Bis 19 Uhr kamen noch die Fahrerinnen und Fahrer an ihre Autos, dann hieß es abwarten, bis die Freigabe wieder erfolgte. Für viele Urlauber kamen die verschlossenen Türen und Tore dann überraschend. Vor allem die niederländischen Besucherinnen und Besucher der Stadt mussten so ihre abendliche Planungen komplett umwerfen. Wer als Tourist unterwegs war und nichts aus den Medien mitbekommen hatte, wurde ins „kalte Wasser geworfen“. Doch es half nichts, auch ab 19 Uhr waren sämtliche Straßen in der Evakuierungszone gesperrt worden. Bis 19:30 Uhr fuhren noch die Stadtbusse. Dann kam es auch hier zu Umleitungen und Einschränkungen.

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Ausweichquartier und Hilfe 

Die Einsatzkräfte mussten im Verlauf der Evakuierung 15 Kranke aus ihren Wohnungen liegend abtransportieren, darunter zwei Personen mit Corona-Infektion. Die Stadt hatte tagsüber eine Hotline für Anwohnerinnen und Anwohner geschaltet, bei der im Verlauf des Tages rund 350 Anrufe eingingen.

In der Berufsbildenden Schule (BBS) Gewerbe und Technik hatte die Feuerwehr ein Ausweichquartier eingerichtet für Menschen, die keine andere Unterbringungsmöglichkeit für die Evakuierungsphase hatten. Ein Pendelbus der Stadtwerke verkehrte aus dem Evakuierungsgebiet zur BBS. Das Ausweichquartier wurde von rund 60 Menschen genutzt, die meisten Bewohnerinnen und Bewohner kamen offenbar bei Freunden oder Verwandten unter oder überbrückten die Zeit anderweitig, teilte die Stadt Trier mit.

Hubschrauber kontrolliert aus der Luft 

Auch an der Berufsschule war der Bereitstellungsraum für die vielen Helferinnen und Helfer der zahlreichen Hilfsorganisationen aus der Stadt und dem Landkreis. Sie waren so direkt einsatzbereit, wenn es zu einem Zwischenfall kommen würde. Auch wurde von dort der Einsatz neben der Leitstelle Trier aus dem großen Einsatzleitwagen koordiniert. Getränke und etwas zu Essen wurde für alle bereitgestellt. Dann hieß es warten. In der Luft drehte der Hubschrauber der Polizei seine Runden und überwachte das gesperrte Gebiet. Mit einer kleinen Verspätung konnte dann um 20:13 Uhr die Entschärfung beginnen.

20 Minuten brauchten die Experten

Um 20:33 Uhr, gute 20 Minuten später, kam die erlösende Nachricht: Die Bombe ist erfolgreich entschärft. Die Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes unter der Leitung von Kurt Mazzucco entschärften mit einer Raketenklemme aus der Entfernung die Weltkriegsbombe. Kurze Zeit später konnten alle betroffenen Menschen wieder in ihre Häuser zurück und die Straßen wurden wieder freigegeben.

Die Männer des Kampfmittelräumdiensts Rheinland-Pfalz verladen den entschärften Blindgänger zum Abtransport. Foto: Presseamt Stadt Trier

Knapp 320 Kräfte im Einsatz 

Im Einsatz waren rund 250 Einsatzkräfte von der Berufsfeuerwehr Trier, sämtliche Freiwilligen Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und die Schnell-Einsatzgruppen aus der Stadt Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg mit Arbeiter-Samariter-Bund, dem Deutschen Roten Kreuz und dem Malteser-Hilfsdienst, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen städtischen Ämtern, den Stadtwerken Trier sowie 68 Beamtinnen und Beamten der Polizeidirektion Trier.

Dank des Oberbürgermeisters

Oberbürgermeister Wolfram Leibe dankte allen Helferinnen und Helfern für die professionelle Arbeit und den Anwohnerinnen und Anwohnern der Innenstadt für die Geduld und die weitgehend reibungslose Evakuierung.

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Bombenfund am Augustinerhof: Evakuierungen ab 18 Uhr, Umleitungen und Sperrungen

Eigene Recherche