Ärzteschaft schlägt Alarm: „Politik muss Notbremse ziehen“

Die Ärzteschaft in Deutschland ist wegen der steil steigenden Corona-Infektionszahlen alarmiert und fordert schärfere Beschränkungen.
Deutsche Ärzt:innen fordern, dass die Politik die "Corona-Notbremse" zieht. Symbolfoto: picture alliance/dpa/PA Wire | Joe Giddens
Deutsche Ärzt:innen fordern, dass die Politik die "Corona-Notbremse" zieht. Symbolfoto: picture alliance/dpa/PA Wire | Joe Giddens
Deutsche Ärzt:innen fordern, dass die Politik die "Corona-Notbremse" zieht. Symbolfoto: picture alliance/dpa/PA Wire | Joe Giddens
Deutsche Ärzt:innen fordern, dass die Politik die "Corona-Notbremse" zieht. Symbolfoto: picture alliance/dpa/PA Wire | Joe Giddens

Deutsche Ärzteschaft fordert Ziehen der Corona-Notbremse

Vor den Bund-Länder-Beratungen am Montag über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie fordern Mediziner:innen in Deutschland wieder schärfere Beschränkungen. Zugleich warnen sie vor einer Zuspitzung der Lage im Gesundheitswesen. 

Die Chefin des Ärzteverbandes Marburger Bund, Susanne Johna, forderte etwa: „Es muss definitiv die vereinbarte Notbremse gezogen werden, da darf es keine Ausnahmen geben.“ Weiter sagte sie der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstagsausgabe): „Ich rechne ab Ostern mit einer noch kritischeren Lage als zum Jahreswechsel.“ Der Kapazitätspuffer auf den Intensivstationen „wird rasant wegschmelzen“, warnte sie.

Lockerungen waren unverantwortlich

„Es war unverantwortlich, in die dritte Welle und die Ausbreitung der Mutanten hinein auf diese Art zu lockern. Dadurch droht den Kliniken nun die dritte Extremsituation binnen eines Jahres„, sagte Johna.

Auch Intensivmediziner:innen fordern harten Lockdown

Auch von den Intensivmediziner:innen in Deutschland kommen nachdrückliche Mahnungen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz könne ohne Eingreifen sehr schnell auf 200 steigen und zu deutlich höheren Intensivpatientenzahlen führen. „Aus unserer Sicht kann es daher nur eine Rückkehr zum Lockdown vom Februar geben“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, der „Augsburger Allgemeinen“ (Samstagsausgabe). „Alles, was man sich jetzt erlaubt, muss man später mit Zins und Zinseszins bezahlen“, warnte Marx

Sieben-Tage-Inzidenz hat den Wert von 100 fast überschritten

Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut (RKI) innerhalb eines Tages 16.033 Corona-Neuinfektionen. Außerdem wurden 207 neue Todesfälle innerhalb von 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet, wie aus Zahlen des RKI vom Samstagmorgen hervorgeht. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Samstagmorgen bundesweit bei 99,9.

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presse-Agentur
– eigene Berichte