Aktiv gegen Lebensmittelverschwendung: St. Ingbert ist erste Foodsharing-Stadt im Saarland

St. Ingbert ist die erste Foodsharing-Stadt im Saarland. Durch eine intensive Zusammenarbeit mit der Initiative Food-Sharing will die saarländische Mittelstadt aktiv gegen Lebensmittelverschwendung vorgehen. Was das bedeutet, hat uns die Pressestelle der Stadt erklärt:

St. Ingbert als erste saarländische Foodsharing-Stadt

St. Ingbert ist ab sofort die erste Foodsharing-Stadt im Saarland und auf der Welt die achte Stadt, in der aktiv gegen die Lebensmittelverschwendung vorgegangen wird. Foodsharing St. Ingbert und die Stadt St. Ingbert haben dazu eine entsprechende Vereinbarung geschlossen“, teilte die Stadt St. Ingbert vor rund einer Woche in dem sozialen Netzwerk Facebook mit.

Was damit genau gemeint ist und welche konkreten Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung ergriffen werden sollen, hat die Pressestelle der Stadt St. Ingbert auf SOL.DE-Anfrage erklärt. 

Initiative Foodsharing engagiert sich gegen Lebensmittelverschwendung

Die 2012 in Berlin entstandene Foodsharing-Initiative engagiert sich inzwischen bundesweit auf unterschiedlichen Ebenen gegen die Lebensmittelverschwendung in Deutschland. So retten die ehrenamtlichen Helfer:innen beispielsweise ungewollte Lebensmittel in privaten Haushalten sowie überproduzierte Lebensmittel von kleinen und großen Betrieben. 

Darüber hinaus versteht sich Foodsharing auch als bildungspolitische Bewegung. Bei Informationsveranstaltungen und anderen Events soll über Themen wie beispielsweise das tonnenweise Wegwerfen von noch guten Nahrungsmitteln oder unnötigen Verpackungen in Supermärkten aufgeklärt werden. 

Stadt St. Ingbert will Foodsharing unterstützen

Bereits seit 2018 gibt es in der Videothek „Tape-O-Mania“ in der Rickertstraße 10a in St. Ingbert einen sogenannten „Fairteiler“. Gemeint ist ein Lebensmittelverteiler (Kühlschrank und weitere Ablageflächen für ungekühlte Lebensmittel), in denen Nahrungsmittel miteinander geteilt werden können. Wer zu Hause noch gute, aber „ungewollte“ Nahrungsmittel über hat, kann diese in den „Fairteiler“ legen. Andere, die die Nahrungsmittel gebrauchen können, dürfen diese dann kostenlos mitnehmen. So sollen der Wegwerftrend beendet und noch gute Lebensmittel vor der Tonne bewahrt werden. 

„Fairteiler“ in St. Ingberter Videothek

Auf diesem Weg konnten in St. Ingbert bereits über 10.000 Kilogramm an Nahrungsmitteln gerettet werden. Auf SOL.DE-Anfrage erklärte die Pressestelle der Stadt, dass der „Fairteiler sehr gut frequentiert“ sei und einmal täglich von erfahrenen Foodsaver:innen gepflegt werde. Nun möchte man der Foodsharing-Initiative dabei helfen, weitere Fairteiler in St. Ingbert einzurichten.

„Dazu bräuchte man allerdings weitere Unterstützer, wie den Betreiber der Videothek, der nicht nur den Platz, sondern auch den Strom kostenlos zur Verfügung stellt“, erklärte ein Sprecher der Stadt St. Ingbert. Die Stadtverwaltung unterstütze die Initiative derzeit bei der Suche nach neuen Räumen.

Foodsharing-Initiative in St. Ingbert soll weiter wachsen

Laut Angaben von Foodsharing engagieren sich in St. Ingbert schon über 200 Menschen als Foodsaver. Zudem bestehen bereits mit 19 lokalen Unternehmen Kooperationen. Neben der bereits angesprochenen Videothek „Tape-O-Mania“ sind unter anderem auch das „Hofländle“, der „Unverpackt“-Laden, „World Food Trip“ oder das Kreativcafé „Grüne Neune“ involviert. Letzteres stellt der Initiative kostenlos Räumlichkeiten für Treffen und Aktionen zur Verfügung.

Auch die Biosphären-Volkshochschule in St. Ingbert stellte der Foodsharing-Initiative für mehrere Infoabende kostenlos Räume. Die Pressestelle der Stadt rührte dabei auch fleißig die Werbetrommel für die Informationsveranstaltungen.

So könnt ihr beim Foodsharing mitmachen

Das Interesse am Foodsharing ist groß, da viele Bürger:innen der Lebensmittelverschwendung den Kampf ansagen wollen. Wenn auch ihr beim St. Ingberter Foodsharing mitmachen möchtet, so könnt ihr euch hier informieren: Foodsharing St. Ingbert.

Verwendete Quellen:
– eigene Recherche
– Angaben der Stadt St. Ingbert