Am Coronavirus erkrankter Arzt aus Homburg im Interview: „Mir und meiner Familie geht es gut“

Nachdem am Dienstag (3. März 2020) bekannt wurde, dass ein an der Homburger Uniklinik beschäftigter Arzt am Coronis-Virus erkrankt ist, gingen viele Fragen aus der Bevölkerung bei der Klinik ein. Auch weil in der saarländischen Bevölkerung große Unsicherheit in Bezug auf das neuartige Coronavirus herrscht, hat das Universitätsklinikum sich dazu entschieden, den erkrankten Arzt zu interviewen.
Am Universitätsklinikum ist ein Arzt am Coronavirus erkrankt. Ihm und seiner Familie geht es gut. Symbolfoto: Felix Kästle/dpa
Am Universitätsklinikum ist ein Arzt am Coronavirus erkrankt. Ihm und seiner Familie geht es gut. Symbolfoto: Felix Kästle/dpa
Am Universitätsklinikum ist ein Arzt am Coronavirus erkrankt. Ihm und seiner Familie geht es gut. Symbolfoto: Felix Kästle/dpa
Am Universitätsklinikum ist ein Arzt am Coronavirus erkrankt. Ihm und seiner Familie geht es gut. Symbolfoto: Felix Kästle/dpa

Das nachfolgende Interview wurde von der Pressestelle des Universitätsklinikums des Saarlandes geführt. SOL.DE hatte keinen Einfluss auf das Gespräch und veröffentlicht das Interview im Sinne einer umfassenden Information der Bevölkerung in voller Länge und im Originalwortlaut:

Die wichtigste Frage vorweg: Wie geht es Ihnen?

„Meiner Familie und mir geht es sehr gut. Meine Frau und mein Sohn sind gesund (Coronavirus-negativ) und auch ich weise aktuell keinerlei Coronavirus-assoziierte Symptome auf; also weder Fieber noch Husten, Schnupfen oder sonstige Grippe-ähnliche Beschwerden.

Natürlich bin ich auch sehr, sehr glücklich darüber, dass die Umfelduntersuchungen bei meinen Kontaktpersonen und Patienten allesamt negativ ausgefallen sind. Darüber bin ich zunächst einmal sehr erleichtert.“

Bei Ihnen gab es anfangs eine minimale klinische Symptomatik. Was kann sich ein medizinischer Laie darunter vorstellen? Hat sich an dieser Symptomatik seit dem positiven Testergebnis am Dienstag etwas verändert?

„Ich habe mich am Tag des positiven Testergebnisses für ca. 24 h etwas unwohl gefühlt, mit ganz leichten Gliederschmerzen und einer gewissen Schlappheit, dabei allerdings weder Fieber noch Husten. Diese Beschwerden waren dann im Verlauf des nächsten Tages schon wieder verschwunden.“

Sie befinden sich vorsorglich in „häuslicher Isolierung“, wie es das Robert-Koch-Institut empfiehlt. Wie kann man sich das vorstellen?

„Meine Frau, mein Sohn und ich werden uns für einen Zeitraum von 14 Tagen in häuslicher Quarantäne befinden, d. h. wir dürfen das Haus zu keinem Zeitpunkt verlassen. Es finden nun sehr regelmäßige Abstrichuntersuchungen statt, um festzustellen, ob ich das Corona-Virus noch in mir habe bzw. um den Zeitpunkt festzulegen, an dem ich nicht mehr Träger dieses Virus bin; bei meiner Frau und meinem Sohn, um eine mögliche Infektion sicher zu erkennen bzw. auszuschließen. Zudem müssen wir quasi ein Tagebuch führen mit Temperaturmessungen und Festhalten klinischer Symptome – sollten diese denn auftreten. Um eine Übertragung zu verhindern, haben wir nun temporär zwei ‚Wohnbereiche‘ in unserem Haus eingerichtet.

Da wir das Haus nicht verlassen dürfen, werden wir großartig von unseren Freunden und Kollegen unterstützt und mit den „leckersten Dingen“ versorgt. Dafür möchten wir uns an dieser Stelle auch ganz herzlich bedanken. Die Hilfsbereitschaft ist auf jeden Fall ausgesprochen groß.“

Als Mitarbeiter eines Universitätsklinikums waren Sie vorab sehr gut informiert und haben vorbildlich gehandelt. Was möchten Sie der Öffentlichkeit jetzt als Ratschlag aus Ihren Erfahrungen mitgeben?

„Es ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, eine umfassende Beurteilung der Situation vorzunehmen. Die Erkrankung verläuft bei jungen, gesunden Menschen meist mit sehr geringen Symptomen; ganz besonders ältere Menschen und Personen mit Grunderkrankungen sollten sicherlich geeignete Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, da hier gehäuft schwerere Verläufe auftreten. Im Zweifelsfall sollte man mit seiner Hausärztin / seinem Hausarzt bzw. mit dem lokalen Gesundheitsamt Kontakt aufnehmen, um sich genau zu informieren und beraten zu lassen. Dies gilt natürlich auch bei eigenem Infektionsverdacht, um somit effektiv mögliche weitere Infektionen zu verhindern. Zudem werden ja aufgrund der Dynamik des Geschehens die Empfehlungen der Behörden und Experten, wenn erforderlich entsprechend angepasst.

Ansonsten würde ich unter Einhaltung aller gebotenen Vorsichtsmaßnahmen zu einer angemessenen Gelassenheit raten. Soweit ich dies von hier beurteilen kann, macht das Krisenmanagement bei uns im Saarland einer hervorragenden, unaufgeregten und professionellen Job. Das sollte man auch nicht vergessen.“

Verwendete Quellen:
– Mitteilung des Universitätsklinikums Homburg vom 06.03.2020