Bald wieder schwarze Zahlen für die Dillinger Hütte?

„Krisen gab es immer schon, doch danach ging es auch immer wieder aufwärts:“ Vorstandssprecher Metzken verweist bei der Jubilarehrung der Dillinger Hütte auf Erfolge bei Kostensenkungen - und eine leichte Erholung des Marktes.
Die Dillinger Hütte, aufgenommen 2016. Foto: picture alliance / Katja Sponholz / dpa
Die Dillinger Hütte, aufgenommen 2016. Foto: picture alliance / Katja Sponholz / dpa
Die Dillinger Hütte, aufgenommen 2016. Foto: picture alliance / Katja Sponholz / dpa
Die Dillinger Hütte, aufgenommen 2016. Foto: picture alliance / Katja Sponholz / dpa

Die Entwicklung
Die Zukunft der Dillinger Hütte sieht Vorstandssprecher Metzken wieder etwas positiver. Nach Millionenverlusten im vergangenen Geschäftsjahr entwickele sich der Markt für die Stahlprodukte aus dem Saarland wieder besser. Deshalb geht Metzken davon aus, dass im laufenden Geschäftsjahr wieder eine schwarze Null in der Bilanz erreicht werden kann, sagte er während der Jubilarehrung zur SZ.

Seine Einschätzung begründet er auch mit der Entwicklung in der Produktion. Demnach stieg die Menge der hergestellten Grobbleche wieder auf zwei Millionen Tonnen an. Gleichzeitig sei es gelungen, gestiegene Rohstoffpreise durch gestiegene Umsatzerlöse „mehr als aufzufangen“, so Metzken.

Optimismus 
Ein Grund zu mehr Zuversicht sei auch, dass die gegen China verhängten Strafzölle durch die EU mittlerweile Wirkung zeigten. Es sei zu beobachten, dass die Strategie der Chinesen, mit riesigen Mengen Billigstahl zu Dumpingpreisen die Weltmärkte zu überschwemmen, so nicht mehr aufgehe. Dennoch belasteten immer noch massive Überkapazitäten den Stahl- und Grobblechmarkt in der EU und weltweit.

Grobblech, eine der Spezialitäten aus Dillingen, gehöre mittlerweile zu den Stahlprodukten mit eher schwächeren Erlösen, während zum Beispiel Draht, der bei Saarstahl produziert wird, jetzt höhere Preise als Grobblech erzielt. „Das war noch nie da“, sagt Metzken.

Die Zukunft
Damit sind die Probleme für die Dillinger Hütte aber noch längst nicht gelöst. Die EU-Kommission in Brüssel habe immer noch nicht entschieden, wie es mit dem Emissionsrechtehandel nach 2021 weitergeht. Die deutsche Stahlindustrie brauche auch längerfristig verlässliche Rahmenbedingungen. Deshalb appelliert Metzken auch an die neue Bundesregierung, sich für die Interessen der Stahlarbeiter sowie die Zukunft ihrer Arbeitsplätze in Brüssel einzusetzen.

Mit Verwendung von SZ-Material (Thomas Sponticcia).