Biontech will bald Impfstoff-Zulassung für jüngere Kinder beantragen

Biontech will bald die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder zwischen fünf und elf Jahren beantragen. Davon würden allerdings zunächst wohl nur Risiko-Patient:innen profitieren.

Biontech will schon bald die Zulassung seines Corona-Impfstoffes für Kinder von fünf bis elf Jahren beantragen. Symbolfoto: Fabian Sommer/dpa-Bildfunk

In den kommenden Wochen will Biontech die Zulassung seines Corona-Impfstoffs „Comirnaty“ für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren beantragen.

Biontech will Studienergebnisse zeitnah den Behörden vorlegen

Dazu will das Pharma-Unternehmen die Ergebnisse einer Studie den weltweiten Behörden vorlegen, so die medizinische Geschäftsführerin und Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci im „Spiegel“. Aktuell bereitet der Konzern  die Daten auf. „Es sieht gut aus, alles läuft nach Plan„, so Biontech-Chef Ugur Şahin.

Saar-Gesundheitsministerium im Austausch mit Hersteller

Für Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist das „eine gute Nachricht.“ Durch die Impfung könne man somit bald auch jüngere Kinder besser schützen, erklärte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Das saarländische Gesundheitsministerium plant zunächst eine Videokonferenz mit Vertreter:innen von BioNTech und der Saar-Ärzteschaft. Gemeinsam mit Kinderärzt:innen wolle man dabei die Impfung unter 12 Jahren diskutieren.

Empfehlung wohl zunächst für Kinder aus Risikogruppe

Vor allem besonders gefährdete junge Patient:innen könnten dadurch schon bald von der Corona-Impfung profitieren. Das erklärte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Jörg Tösch, der Deutschen Presse-Agentur. „Auch in der Altersgruppe der Fünf- bis Elfjährigen gibt es natürlich Risikogruppen, deren Gesundheit und Teilhabe am sozialen Leben sich verbessert, wenn es ein Impfangebot gibt.“ Beispiele seien Kinder mit schweren chronischen Erkrankungen oder einem geschwächten Immunsystem.

Dötsch könne sich vorstellen, dass die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung nach einer Zulassung zunächst nur für Risikopatient:innen empfiehlt. So verfuhr die Stiko auch in der Altersgruppe von 12 bis 17 Jahren. Sie werde das Risiko unerwarteter Nebenwirkungen gegen den Nutzen des Impfschutzes abwägen müssen. Für alle anderen Kinder werde die Kommission wohl mit einer Empfehlung auf weitere Daten warten. Eine Einschätzung seitens der Stiko gibt es bislang noch nicht.

Dosierung spiele bei Jüngeren eine große Rolle

Anders als bei den 12- bis 17-Jährigen spiele laut Ansicht des DGKJ-Präsidenten bei den jüngeren Kindern die Dosierung eine wichtige Rolle. „Das liegt zum einen daran, dass sich das Körpergewicht bei diesen Kindern doch sehr stark von dem eines Erwachsenen unterscheidet“, so Dötsch. Zum anderen gehe die Medizin davon aus, dass das Immunsystem erst ab einem Alter von zwölf Jahren vollständig ausgebildet ist. „Das sind zwei Besonderheiten, die berücksichtigt werden müssen und weshalb man sehr sorgfältig vorgehen muss“, erklärte er.

Biontech bereitet unterdessen bereits die Produktion vor. „Der Impfstoff ist derselbe, aber weniger hoch dosiert, und es muss weniger abgefüllt werden“, so Türeci. Studiendaten zu Kleinkindern ab sechs Monaten würden derweil bis Ende des Jahres erwartet.

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presseagentur