Bouillon rechtfertigt mangelnden Wohnungsbau: 500 neue Sozialwohnungen geplant

Nachdem in Medienberichten am vergangenen Wochenende offengelegt wurde, dass 2018 keine einzige Sozialwohnung im Saarland gebaut wurde, reagiert nun Bauminister Klaus Bouillon. In den nächsten beiden Jahren könnten laut diesem rund 500 neue Einheiten gebaut werden.
Der soziale Wohnungsbau im Saarland soll nach dem Leerlauf 2018 in diesem Jahr ins Rollen kommen. Symbolfoto: Ole Spata/dpa-Bildfunk
Der soziale Wohnungsbau im Saarland soll nach dem Leerlauf 2018 in diesem Jahr ins Rollen kommen. Symbolfoto: Ole Spata/dpa-Bildfunk
Der soziale Wohnungsbau im Saarland soll nach dem Leerlauf 2018 in diesem Jahr ins Rollen kommen. Symbolfoto: Ole Spata/dpa-Bildfunk
Der soziale Wohnungsbau im Saarland soll nach dem Leerlauf 2018 in diesem Jahr ins Rollen kommen. Symbolfoto: Ole Spata/dpa-Bildfunk

Am gestrigen Montagnachmittag lud Bouillon Journalisten ins Ministerium ein, um sich zu erklären. Ein Bericht der ARD hatte den Bauminister aufgebracht.

Nur 530 Sozialwohnungen im Saarland

In dem Beitrag wurde eine Aussage von Bouillon aufgegriffen, die den Anschein erweckt, dass das Saarland zwar Fördergelder aus Berlin fordert, jedoch keine Sozialwohnungen baut. Der Minister rechtfertigte den Mangel an neuen Bauprojekten damit, dass sein Amt erst 2017 geschaffen wurde und es bis heute an Personal fehle. Er habe sich erst einrichten müssen.

Es sei unklar, wie viele Sozialwohnungen im Saarland benötigt werden. In Saarbrücken alleine gebe es laut Angaben des Regionalverbandes 4.284 Haushalte, für die der Mietzuschuss von Jobcenter oder Sozialamt nicht ausreicht. Etwa 7.500 Menschen leben demnach in Wohnungen, deren Mieten nicht „sozial“ sind. Aktuell gibt es im Saarland nur 530 Sozialwohnungen. Da geförderte Wohneinheiten nach einiger Zeit auf dem freien Markt angeboten werden dürfen, hat sich die Zahl im vergangenen Jahr sogar dezimiert. Über 300 bezahlbare Wohnungen verloren 2018 die Sozialbindung.

Mittel für etwa 500 Sozialwohnungen beantragt

Das Geld für Neubauten wäre da. Etwa 30 Millionen Euro stünden zur Verfügung. Im ersten Halbjahr dieses Jahres wurden laut Bouillon für 108 Wohnungen in Saarbrücken, Saarlouis, Neunkirchen und Homburg Mittel bewilligt oder stünden kurz vor der Bewilligung. Zwei Drittel davon sind Sanierungsprojekte, nur etwa 40 Neubauten. Für etwa 500 neue Sozialwohnungen seien von Investoren Mittel beantragt worden.

Laut Bouillon sollen Familien zudem beim Kauf von Wohnraum unterstützt werden. Die Einkommensgrenze für Fördermittel sei von rund 40.000 Euro brutto auf 80.000 Euro erhöht worden. Da der Minister die Dorfkerne wiederbeleben möchte, setzt eine Bewilligung jedoch voraus, dass sich der Wohnraum in einem Ortskern befindet, die Gebäude mindestens 30 Jahre alt sind und seit einem Jahr leer stehen.

Verwendete Quellen:
• Saarbrücker Zeitung
• Saarländischer Rundfunk