Corona-Baby-Boom im Saarland? Studie lässt Anstieg der Geburtenrate vermuten

Laut einer Klarna-Studie zeichnet sich vor allem im Saarland allmählich ein Corona-Baby-Boom ab. Seit Anfang des Jahres werden hier deutlich mehr Baby- und Kleinkindprodukte gekauft als noch im Frühjahr 2020.

Dass nach den bisherigen Lockdown-Phasen in Deutschland die Geburtenrate ansteigen könnte, wurde bereits vielfach prophezeit. Nun gibt es laut dem Zahlungs- und Shopping-Anbieter „Klarna“ erste Indikatoren für den vorhergesagten Baby-Boom. Da es in der Bundesrepublik keine Statistiken zu Schwangerschaften gibt, betrachtete das Unternehmen den Handel von Baby- und Kleinkindprodukten im vergangenen Jahr.

Umsatz von Baby-Produkten um 69 Prozent gestiegen

Dabei zeichnete sich ein eindeutiges Bild ab: Der Umsatz ist im Januar und Februar 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 69 Prozent gestiegen. Besonders beliebt: Artikel für Neugeborene. Laut des Klarna-Partners „Baby-Walz“ sei die Nachfrage von Wickelkommoden um 121 Prozent, von Babytüchern um 70 Prozent und um Babybetten um 61 Prozent gestiegen. 

Thomas Vagner, der Deutschlandchef von „Klarna“ erklärte: „Der schnelle Anstieg lässt vermuten, dass die Geburtenrate 2021 höher sein könnte, als in den vorherigen Jahren“. Zu bedenken ist dabei jedoch, dass das Unternehmen lediglich den Online-Handel betrachtet, der während Corona insgesamt einen Boom erlebte. 

Vor allem im Saarland hohe Nachfrage 

Das Saarland ist dabei bundesweit Spitzenreiter. Hier wurde im Jahr 2020 der größte Umsatzanstieg beobachtet. Der Index liegt 9 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Auch in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein scheinen sich die Bürger:innen im Lockdown mit der Familienplanung beschäftigt zu haben. In Berlin, Sachsen und Thüringen dagegen wurde am wenigsten für Produkte für Babys und Kleinkinder ausgegeben. 

Frauen zwischen 26 und 35 sind die kaufstärkste Gruppe

In ganz Deutschland kaufen vor allem Menschen zwischen 26 und 35 Jahren Artikel für den Nachwuchs. Mit 52 Prozent sind sie die kaufstärkste Gruppe. Da das Durchschnittsalter, in dem Frauen ihr erstes Kind bekommen, hierzulande bei 29,2 Jahren liegt, ist dieses Ergebnis naheliegend. Die 36 bis 45-Jährigen liegen auf Platz zwei mit 30 Prozent der Käufe, gefolgt von 46-55-Jährigen (6%), 55-65-Jährigen (5%), 18-25-Jährigen (5%) und Menschen Ü-66 (2%).

Nicht weiter verwunderlich ist auch, dass es vor allem Frauen sind, die Artikel für Babypflege und Erziehung kaufen. 73 Prozent der Einkäufe werden von Kundinnen getätigt. Auf Männer entfallen nur 27 Prozent der Bestellungen. Immerhin legten sie laut „Klarna“ im Vergleich zu 2019 jedoch ein wenig zu. 

Steigende Geburtenrate sei positive Entwicklung

Der sich anbahnende Anstieg der Geburtenrate sei laut des Unternehmens eine positive Entwicklung für Deutschland. Seit einigen Jahren verzeichnet die Bundesrepublik einen stetigen Rückgang. 2019 wurden hierzulande 778.000 Babys geboren. Damit liegt Deutschland im EU-Vergleich unter dem Durchschnitt. Der demografische Wandel kann langfristig zu einer Überalterung der Gesellschaft und damit zu Wohlstandsverlusten führen, da immer weniger Personen im erwerbsfähigen Alter einer zunehmenden Anzahl an Rentnern gegenübersteht.

Verwendete Quellen:
– Pressemitteilung von „Klarna“, 23.03.2021