Großes Restaurantsterben im Saarland befürchtet

Bahnt sich im Saarland ein großes Sterben von Restaurants, Gaststätten und Co. an? Nach Einschätzung des Branchenverbands DEHOGA Saar könnten bis zu 400 Betriebe hierzulande die Corona-Krise nicht überleben. Sorge besteht vor allem um ein Gastro-Modell.

Nach Einschätzung des DEHOGA könnten bis zu 400 Gastro-Betriebe im Saarland Corona nicht überstehen. Foto: dpa-Bildfunk/Kay Nietfeld

DEHOGA befürchtet Restaurantsterben im Saarland

Der Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) befürchtet, dass bis zu 400 Gaststätten, Restaurants sowie Hotels im Saarland die Corona-Krise nicht überstehen. Das berichtet der „SR“. Sorge bestehe in diesem Zusammenhang vor allem um Dorfgaststätten. Wie ein „Brandbeschleuniger“ seien die Monate des Lockdowns gewesen, sagte Michael Buchna, Präsident des DEHOGA im Saarland. Beispielsweise im Norden des Landes würde sich in nahezu jedem Ort eine Kneipe oder eine Gaststätte befinden, „die die Pandemie nicht überlebt hat“, so Buchna.

Laut Rundfunksender nannte der DEHOGA-Saar-Präsident etwa das Thema Investitionen als möglichen Grund einer Aufgabe. Beispielsweise würden für Anschaffungen, um Hygienebestimmungen einhalten zu können, neue Getränke und Co. mehrere Tausend Euro zusammenkommen. Das könne „nicht jeder einfach mal so stemmen und investieren“. Auch hätten nach Einschätzung Buchnas gerade ländliche und kleine Kneipen, in denen die Inhaberin beziehungsweise der Inhaber noch selbst hinter der Theke stehen, aus Altersgründen aufgegeben. So seien Schließungen schlichtweg um Monate oder Jahre vorgezogen worden.

Doch wie viele Gastro-Betriebe müssen aufgrund von Corona tatsächlich schließen? Laut DEHOGA würden das auch die kommenden Monate entscheiden. Frank Hohrath vom Branchenverband geht davon aus, dass Betriebsschließungen und Insolvenzen nochmals verstärkt kommen werden, „wenn die Hilfen wegfallen„. Laut DEHOGA Saar sei zudem fraglich, wie es mit den Rückzahlungen von Hilfen aussieht.

Handlungssicherheit gefordert

Vergangene Wochen hatten sich die DEHOGA-Mitglieder zu einem Landesverbandstag getroffen, wie aus einer entsprechenden Mitteilung hervorgeht. Dabei stand den Angaben zufolge auch die Frage im Raum: „Welche Planungssicherheiten gibt es für die kalte Jahreszeit, um die prekäre Situation der Gastgeber nicht zu verschlimmern?“ In diesem Kontext fordert der Verband Handlungssicherheit. „Eine, die nicht von Wind und Wetter, Inzidenzzahlen der Städte oder Landkreise oder neuen komplizierten Kreationen abhängig ist“, so Buchna. Seiner Ansicht nach müsse es „vor allem einfacher werden“.

Dringend Beschäftigte gesucht

Darüber hinaus würden dem Gastgewerbe Fachkräfte fehlen. Laut DEHOGA sei die „Personaldecke schon vor Corona dünn“ gewesen, die Krise habe das Problem „extrem verschärft“. Viele Personen hätten sich in anderen Branchen Jobs gesucht. Die Folge: Betriebe waren gezwungen, weitere Ruhetage einzuführen, teilte der Verband ebenso mit. „Wir müssen uns unsere Arbeitskräfte zurückholen. Und ich bin da auch recht optimistisch. Unserer Leute haben doch ein Gastro-Gen“, sagte Buchna.

Verwendete Quellen:
– Saarländischer Rundfunk
– Mitteilung des DEHOGA Saarland, 07.09.2021