Kein generelles Verbot von Schottergärten im Saarland

Schottergärten stehen bereits seit einigen Jahren wegen mangelnder Umweltfreundlichkeit in der Kritik. Auch im Saarland wurden Forderungen nach einem Verbot laut. Dieses wird jedoch voraussichtlich nicht kommen.

Schottergärten – schön oder hässlich? Foto: Carmen Jaspersen/dpa-Bildfunk

In Baden-Württemberg und Frankfurt/Hessen sind Schottergärten bei Neubauten bereits verboten. Auch im Saarland hat das Umweltministerium nun die landesweite Umsetzung eines Verbotes überprüft. Dieses wird jedoch nicht kommen. Grund ist die verfassungsrechtlich geschützte kommunale Selbstverwaltungshoheit. Das berichtet der „SR“.

Es obliegt demnach den Kommunen, das Anlegen von Schottergärten zu unterbinden. Entsprechende Verbote gebe die Rechtslage hier „sehr konkret her“, so eine Sprecherin des Bauministeriums gegenüber dem Rundfunksender. Die Stein- und Kiesgestaltung sei nicht mit den Naturschutzzielen im Siedlungsbereich vereinbar.

Bexbach peilt Verbot an

Die Stadt Bexbach peilt bereits eine entsprechende Regelung an. So sind im geplanten „Wohngebiet oberhalb des Ziegelhütterweges“ Schottergärten verboten. Auch am „Kreisel Kleinottweiler Straße“ sollen Vorgärten mit Pflanzen statt Steinen gestaltet werden. Die Bestimmung soll auch für künftige Gebiete gelten. Bestehende seien jedoch ausgenommen.

„Je mehr Grünflächen und Bepflanzungen auch auf privaten Grundstücken zur Verfügung stehen, desto mehr trägt dieser Umstand zu einem gesunden Kleinklima, zum Natur- aber auch zum Insektenschutz bei“, meint auch der Sprecher des Saarländischen Städte- und Gemeindetag (SSTG), Stefan Spaniol, laut „SR“.

Seite „Gärten des Grauens“ sammelt Bilder

Die Schottergärten versiegeln einerseits Flächen und bieten andererseits wenig bis keinen Lebensraum für Tiere wie etwa Insekten. Aus ökologischer Sicht gelten sie daher als Unding. Aber auch die vielerorts beliebte Ästhetik stößt inzwischen auf Spott. So sammelt etwa die Seite „Gärten des Grauens“ seit Jahren Bilder von Schottergärten, um diese anzuprangern.

Verwendete Quellen:
– Saarländischer Rundfunk