Keuchhustenfälle stark gestiegen: Saar-Gesundheitsministerium appelliert zum Impfen

Auch im Saarland ist die Zahl der Keuchhustenfälle stark gestiegen. Die Krankheit kann vor allem für Säuglinge gefährlich werden. Daher ruft das Gesundheitsministerium zur Impfung auf:
Wegen steigender Keuchhustenfälle ruft das Saar-Gesundheitsministerium zum Impfen auf. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa-Bildfunk
Wegen steigender Keuchhustenfälle ruft das Saar-Gesundheitsministerium zum Impfen auf. Symbolfoto: Julian Stratenschulte/dpa-Bildfunk

Zahl der Keuchhustenfälle steigt

In Deutschland steigt die Zahl der Keuchhustenfälle (Pertussis). Das zeigen aktuelle Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI). Für das Jahr 2024 wurden deutschlandweit seit Beginn des Jahres knapp 6.600 Fälle gemeldet – im Saarland waren es 69. Vor allem Kleinkinder und Senior:innen sind dabei gefährdet, aber auch Erwachsene können schwer erkranken.

Saar-Gesundheitsministerium ruft zur Impfung auf

Um die Entwicklung einzudämmen, ruft das saarländische Gesundheitsministerium alle Bürgerinnen und Bürger auf, ihren Impfstatus zu prüfen und sich – falls nötig – impfen zu lassen. „Es liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung, die Ausbreitung von Keuchhusten zu stoppen. Lassen Sie uns solidarisch handeln, um unsere Mitmenschen, insbesondere die Schwächsten, zu schützen“, so Minister Magnus Jung.

Schwangere sollten sich impfen lassen, um Babys zu schützen

Da Neugeborene erst im Alter von zwei Monaten eine Impfung erhalten können, empfiehlt die STIKO ausdrücklich allen Schwangeren eine Pertussis-Impfung. So kann man Babys schützen, bevor sie selbst geimpft werden können. Bislang würden Schwangere dieses Präventionsangebot nur selten wahrnehmen.

Auffrischung alle zehn Jahre

Für Säuglinge werden in Deutschland drei Impfungen im Alter von zwei, vier und elf Monaten empfohlen. Erwachsene sollten den Impfschutz gegen Keuchhusten alle zehn Jahre auffrischen. Das gilt vor allem für Eltern, Großeltern und andere enge Kontaktpersonen von Säuglingen.

Keuchhusten kann mit Atemnot und Erbrechen einhergehen

Eine Pertussis-Erkrankung beginnt meist mir leichten Erkältungsbeschwerden, wie Schnupfen oder Husten. Es folgt der typische heftige trockene Husten. Dabei können Atemnot und Erbrechen die Hustenanfälle begleiten. Bei Säuglingen kann Keuchhusten auch einen tödlichen Verlauf nehmen.

Starker Anstieg der Erkrankungen in ganz Europa

Die Erkrankungszahlen haben in ganz Europa stark zugenommen. In den ersten drei Monaten von 2024 verzeichnete das Europäische Zentrums für Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bereits 32.000 Fälle. Die Zahl liegt damit schon jetzt weit über Gesamtjahreszahlen vor der Corona-Pandemie.

Verwendete Quellen:
– Pressemitteilung des Saar-Gesundheitsministeriums, 10.06.2024