Große Trauer im Merziger Wolfspark: Welpe Anyu ist tot

Die Polarwölfin Anyu ist tot. Der Welpe im Wolfspark in Merzig wurde nur fünf Monate alt. Die Trauer ist groß.
Anyu wurde fünf Monate alt. Archivfoto: Oliver Dietze/dpa-Bildfunk
Anyu wurde fünf Monate alt. Archivfoto: Oliver Dietze/dpa-Bildfunk

Große Trauer im Wolfspark Werner Freund in Merzig: Schon fünf Monate nach der Geburt ist die Polarwölfin Anyu gestorben. Das machten die Betreiber Michael Schönberger und Tatjana Schneider am Dienstag (28. September 2021) auf Facebook öffentlich.

Todesursache unklar

Das Tier war demnach offenbar schon vor kurzer Zeit ums Leben gekommen. „Wir haben einige Tage gebraucht, um nur ansatzweise aus dem Loch zu kommen, in das wir gefallen sind“, hieß es in dem Post. Die Todesursache ist offenbar unklar: Es gäbe keinen Hinweis darauf, was passiert sei. „Keine Verletzungen. Nichts.“

Anyu war temperamentvoll

Schneider und Schönberger zeichnet ihr besonderes Verhältnis zu den Tieren aus. Sie arbeiten seit fast 30 Jahren im Park. „Für Tatjana und mich sind unsere Wölfe unsere Kinder“, so Michael Schönberger. „Wir sind eine Familie.“ Anyu sei schwer einzuordnen gewesen, sie sei immer die Kleine gewesen, die oft durch die beiden anderen Jungwölfe Nova und Yuki bei Spielen gefordert worden sei. „Sie konnte sich aber auch durchsetzen, wenn es ihr zu bunt wurde, und auch sie konnte austeilen.“ Ihr Temperament zeigte Anyu vor allem bei der Begrüßung. „Sie leckte einem das Kinn, um dann eine Sekunde später leicht in die Nase zu beißen. Dieser Funke Ungehorsam, Schabernack, Unkontrollierbarkeit. Es hätte uns gefreut, zu sehen, wie sie sich entwickelt hätte“, schreibt Schönberger.

Erster Nachwuchs seit zehn Jahren

Anyu, Nova und Yuki waren im Spätfrühling geboren worden. Es ist der erste Nachwuchs im Wolfspark seit zehn Jahren. Anyu und Nova waren aus einem befreundeten Tierpark in Sachsen nach Merzig gekommen. Die beiden verbliebenen Tiere realisieren offenbar den Tod von Anyu. „Wir merken nur zu gut die Veränderung, die die Welpen gerade durchmachen. Wir versuchen, sie zu trösten und uns gemeinsam wieder aufzubauen“, heißt es im Facebook-Post. Unter dem Beitrag teilten mehrere Hundert User:innen ihre Trauer mit.

Wölfe genießen Freiheit

Deutlich mehr als ein Dutzend Wölfe lebt auf dem großen Gelände in eigenen Gehegen. „Bei uns führen die Wölfe ihr eigenes Leben.“ Es gebe „keine Spaziergänge mit Wölfen an der Leine“ oder „Anheulen des Vollmonds um Mitternacht mit 40 Leuten im Park“, hatte Tatjana Schneider in einem Interview im Sommer gesagt.

Verwendete Quellen:
– Facebook-Post des Wolfspark Werner Freund Merzig/Saar, 28.09.2021
– eigene Berichte