Luca-App half im Saarland noch in keinem Fall bei Kontaktverfolgung

Die Luca-App hat im Saarland bislang nicht zur Ermittlung von Kontaktpersonen beigetragen. Obwohl sie seit April eingesetzt wird, konnte sie in keinem einzigen Infektionsfall helfen.

Die Luca-App hat im Saarland bislang in keinem Fall bei der Kontaktverfolgung geholfen. Symbolfoto: Christoph Soeder/dpa-Bildfunk

Die Luca-App soll bei der Nachverfolgung von Infektionsketten etwa in Gastronomie und bei Veranstaltungen helfen. Per QR-Code können User:innen sich einchecken und ersparen sich damit das Ausfüllen eines Kontaktbogens. Das Gesundheitsamt kann bei einer Infektion dann auf Besuchslisten zugreifen und betreffende Personen warnen. Wie der „SR“ nun berichtet, hatte die Anwendung im Saarland allerdings noch keinen Nutzen.

Luca-App half in keinem von 13.000 Fällen bei Kontaktermittlung

Trotz über 13.000 bestätigten Corona-Infektionen hat die App seit April bislang in keinem Fall zur Ermittlung von Kontaktpersonen beigetragen. Mehrere Gesundheitsämter hätten noch keine Abfrage über die App gestartet. In Neunkirchen, dem Regionalverband Saarbrücken und dem Kreis Merzig-Wadern habe es zwar einzelne Abfragen gegeben, allerdings hätten die Daten nicht weitergeholfen.

Verspätete Freigaben, Verzögerungen und fehlender Check-Out

In Saarbrücken etwa gingen in zwei Fällen Kontaktlisten erst nach über einer Woche beim Gesundheitsamt ein. Sowohl der Betreiber einer Discothek als auch die infizierte Person hatten zu spät die Freigabe von Gästeliste und Standortprotokoll erteilt. Diese muss aus Datenschutzgründen erfolgen. Auch in Neunkirchen konnten die Kontakte laut Medienbericht in vier Fällen per Telefon schneller ermittelt werden als über die App. In Merzig-Wadern dagegen halfen die Daten nicht weiter, da die Besucher:innen beim Verlassen eines Schwimmbades vergessen hatten, auszuchecken. Zudem sei unklar gewesen, wer sich in welchem Bereich aufgehalten hatte.

Auch deutschlandweit durchwachsene Kosten-Nutzen-Bilanz

Die Luca-App wird in insgesamt 13 Bundesländern eingesetzt. Die Lizenz kostete rund 21 Millionen Euro. Das Saarland zahlte 370.000 Euro. Deutschlandweit wurden laut „SR“ in 2.000 Fällen Kontaktlisten angefordert. Insgesamt gab es in diesem Zeitraum 100-mal so viele Corona-Fälle.

Ausbrüche an Örtlichkeiten mit Luca-App eher selten

Die durchwachsene Bilanz könnte allerdings auch auf das Infektionsgeschehen zurückzuführen sein. Ausbrüche wurden laut St. Wendeler Gesundheitsamt eher in Familien, Betrieben oder Bildungseinrichtungen festgestellt als in Restaurants oder anderen Örtlichkeiten, an denen die Luca-App eingesetzt wird. Im Saarland gibt es rund 3.400 dieser Standorte. Die Gesundheitsämter von Saarlouis und Saarbrücken bemängeln außerdem die Nachlässigkeit der Bürger:innen bei der Kontaktverfolgung. Teilweise würden nicht einmal Menschen aus demselben Haushalt als Kontaktpersonen benannt.

Lizenzverlängerung noch unklar

Das Unternehmen hat ein Update angekündigt, dank dessen unter anderem Kontaktpersonen direkt über die App gewarnt werden können. Die Lizenz für Luca läuft im Frühjahr aus. Ob die App im Saarland dann weiter eingesetzt werden soll, ist fraglich. Laut „SR“ prüfe die Landesregierung aktuell den Mehrwert einer Lizenzverlängerung.

Verwendete Quellen:
– Saarländischer Rundfunk