Macron ruft neuen Lockdown in Frankreich aus

Frankreichs Staatschef Macron zieht wegen der zweiten Corona-Welle die Notbremse. Die Franzosen müssen wieder neue Einschränkungen hinnehmen – und können sich nicht mehr frei bewegen. Gelingt im November eine Trendumkehr?

In einer Fernsehansprache kündigte Frankreichs Präsident Macron an, dass Bars und Restaurants schließen müssen. Foto: Christophe Simon/AFP/dpa-Bildfunk
In einer Fernsehansprache kündigte Frankreichs Präsident Macron an, dass Bars und Restaurants schließen müssen. Foto: Christophe Simon/AFP/dpa-Bildfunk

Mit strikten Ausgangsbeschränkungen im ganzen Land verschärft Frankreich seinen Kampf gegen die zweite Welle der Corona-Pandemie. Die Beschränkungen sollen von Freitag (30. Oktober 2020) an gelten, kündigte Staatschef Emmanuel Macron am Mittwochabend in einer Fernsehansprache an.

Bars und Restaurants schließen

Der 42-Jährige machte deutlich, dass die Beschränkungen weniger streng sind als im Frühjahr, als das öffentliche Leben des Landes weitgehend lahmgelegt wurde. So sollen die Schulen geöffnet bleiben. Bars, Restaurants und „nicht unentbehrliche Geschäfte“ müssen jedoch schließen.

Bürger müssen Ausgangsbescheinigungen mit sich führen

Die im Frühjahr üblichen Ausgangsbescheinigungen für Bürger sollen wiederkommen. Auch Reisen in andere Regionen des Landes sind nicht ohne Weiteres möglich – für die Rückkehr aus den Herbstferien soll es am Wochenende aber Ausnahmen geben.

„Lockdown“ bis 1. Dezember

Die Menschen sollen weiter arbeiten können, dabei hat die Heimarbeit Priorität. Die Maßnahmen sind zunächst bis zum 1. Dezember befristet. „Bleiben Sie so weit wie möglich zu Hause. Respektieren Sie die Regeln“, appellierte Macron an seine Landsleute. Er benutzte im Französischen den Ausdruck „confinement“, was man auch mit Lockdown übersetzt werden kann.

Macron: Werden überrollt

Macron machte deutlich, dass die Lage dramatisch ist. „Wir werden von der Beschleunigung der Epidemie überrollt„, sagte er. Die Entwicklung trifft auch andere europäische Länder. Er kündigte für Donnerstag eine Debatte und eine Abstimmung im Parlament an.

Zahlen steigen dramatisch

Bisher gilt eine nächtliche Ausgangssperre für rund zwei Drittel der Einwohner, also rund 46 Millionen Menschen. Die Corona-Lage verschlechtert sich in dem Land seit Wochen dramatisch. Zuletzt wurden innerhalb von 24 Stunden über 36.400 Neuinfektionen gezählt.

Deutlicher Anstieg bei Todesfällen

Die Anzahl der mit dem Coronavirus in Verbindung gebrachten Todesfälle stieg deutlich – am Dienstagabend meldeten die Behörden 523. Damit wurde wieder das hohe Niveau vom April erreicht. Am Mittwochabend sprachen die Behörden von 244 Toten, die Gesamtzahl liegt nun bei fast 35.800.

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presse-Agentur

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