Menschen im Saarland leiden am wenigsten unter Corona-Stress

Menschen im Saarland litten vergleichsweise wenig unter "Corona-Stress". Ein Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse zeigte deutliche Unterschiede in der Belastung je nach Lebenssituation, Arbeit, aber auch Wohnort.

Die Corona-Pandemie löst in der deutschen Bevölkerung ganz unterschiedlich Stress aus. Während die einen sich ausgelaugt fühlen, kommen andere gut mit der Lage zurecht. Ein Gesundheitsreport der Techniker Krankenkasse (TK) beleuchtet das Wohlbefinden der Deutschen in Corona-Zeiten. 

Belastung im zweiten Lockdown gestiegen

Demnach fühlten sich die Menschen in Deutschland vor allem während des zweiten Lockdowns zermürbt durch fehlende Kontakte und Angst um Angehörige. 42 Prozent gaben an, dass sie die Situation im März 2021 stark oder sehr stark belaste. Im Mai 2020 waren es noch 35 Prozent. 

Laut des beteiligten Arbeitspsychologen Bertold Meyer stieg die Belastung auch dadurch, dass die Menschen ihre Energiereserven nicht durch positive Eindrücke auffüllen konnten. Durch den Lockdown waren nicht nur Treffen im Freundeskreis, sondern auch Sport, Kultur oder Reisen nicht möglich. 

Menschen im Saarland setzte die Lage am wenigsten zu

Die Studie zeigt jedoch regionale Unterschiede auf: So fühlten sich 57 Prozent der Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, und Thüringen in diesem Frühjahr stärker durch die Pandemie belastet als der Bevölkerungsschnitt. Die Saarländer:innen dagegen litten mit 32 Prozent am wenigsten unter der Situation. Ebenso wenig belastet fühlten sich Menschen in Hessen und Rheinland-Pfalz gefolgt von Berlin/Brandenburg (33 Prozent) und Bayern (37 Prozent).

Befragte sorgten sich um Angehörige, Arbeit und die Impfung

Die Befragten gaben im Frühjahr dieses Jahres an, Treffen mit Verwandten und Freund:innen zu vermissen. 60 Prozent hatten Angst, dass Angehörige an Covid-19 erkranken. Nur 26 Prozent fürchteten sich vor einer eigenen Infektion. Dabei rückte die gefühlte Bedrohung binnen eines Jahres deutlich näher: Während im Mai 2020 nur 23 Prozent einen Menschen kannten, der sich infiziert hatte, waren es im März 2021 bereits sieben von zehn Befragten. 

Aber auch die Impfung bereitete Sorgen: 17 Prozent gaben an, Angst davor zu haben. 18 Prozent sorgten sich, sie nicht rechtzeitig zu bekommen. Ein Jobverlust ängstigte nur 11 Prozent der Erwerbstätigen. 

Männer häufiger ungerührt von der Pandemie als Frauen

Viele Deutsche kamen andererseits recht gut mit der Situation zurecht. Dabei zeigte sich jedoch ein kleiner Unterschied zwischen den Geschlechtern. So gaben 48 Prozent der Frauen an, sie fühlten sich nur wenig belastet, 8 Prozent sogar gar nicht. Bei den Männern spürten ganze 18 Prozent keinerlei Belastung durch die Pandemie. 42 Prozent gaben an, dass die Pandemie sie nur wenig strapaziere. 

Viele Menschen konnten der Situation Gutes abgewinnen

Ein Großteil der Menschen in Deutschland konnte der Pandemie sogar etwas Gutes abgewinnen: Mehr als die Hälfte der Befragten hatte das Gefühl in Corona-Zeiten aktiv etwas Positives für sich tun zu können. 72 Prozent erklärten zudem, dass sie sich in der schwierigen Zeit voll und ganz auf ihre Partner:innen verlassen könnten. 

Eltern im Homeoffice deutlich stärker belastet als Kinderlose

Eine Gruppe litt jedoch mehr unter den Bedingungen in der Pandemie: „Bei den Erwerbstätigen sind es vor allem Eltern im Homeoffice, die durch die Doppelbelastung von Arbeit und Kinderbetreuung vor einer besonders großen Herausforderung standen“, so TK-Chef Jens Baas. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten im Homeoffice mit mindestens einem Kind im Haushalt fühlten sich im März 2021 stark oder sehr stark belastet. Im Mai des letzten Jahres waren es noch 45 Prozent gewesen. Dagegen lag der Belastungsgrad bei Kinderlosen im Homeoffice stabil bei 31 Prozent

Weniger Krankmeldungen und Antibiotika

Gesundheitlich verschlechterte sich die Lage der Erwerbstätigen im Schnitt nicht. Der Krankenstand von TK-Versicherten lag im Jahr 2020 mit 4,14 Prozent sogar unter dem Vorjahreswert von 4,22 Prozent. Zudem seien so wenig Antibiotika verschrieben worden wie seit 20 Jahren nicht. Die Expert:innen führen diese Entwicklungen auf Abstands- und Hygieneregeln zurück, die weniger Erkältungskrankheiten und auch Krankschreibungen zur Folge hatten. 

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presseagentur