Nicht nur für Jedi-Ritter: Saarländer baut Lichtschwerter

Das lässt Star-Wars-Fans aufhorchen. Ein junger Physiker an der Uni Saarbrücken hat ein Lichtschwert der neuesten Generation gebaut – mit bis zu 1.000 Lichteffekten. Und es kann auch Ton.

Frederic Folz baut Lichtschwerter selbst. Foto: Thorsten Mohr/Universität des Saarlandes/dpa-Bildfunk
Frederic Folz baut Lichtschwerter selbst. Foto: Thorsten Mohr/Universität des Saarlandes/dpa-Bildfunk

Es kann wie eine Flamme flackern, Blitz-Effekte erzeugen oder Wellen in allen möglichen Farben anzeigen: Der junge Physiker Frederic Folz (25) hat ein Lichtschwert gebaut, das irdischen Jedi-Rittern bis zu 1000 Lichteffekte bietet.

Folz macht seinen Doktor in Saarbrücken

Und noch mehr: Wenn Folz seine „Klinge“ schwingt, ertönt in Echtzeit mal Geschrei, mal Musik – oder eben das Geräusch eines Windzugs. „Ein Lichtschwert mit diesem Umfang an Effekten gibt es bisher weltweit noch nicht“, sagt der Saarländer, der an der Universität des Saarlandes gerade seinen Doktor macht.

In eineinhalbjähriger Tüftelarbeit hat Folz das neuartige Modell der Ikone aller Star-Wars-Waffen gebaut. In der Klinge aus dem Kunststoff Polycarbonat befinden sich fast 300 LEDs: „Meine Aufgabe war es, eine Platine zu entwickeln, die quasi mit diesen LEDs kommunizieren kann“, sagt Folz. Für die Programmierung der Platine seien allein für die Lichteffekte 20.000 bis 30.000 Zeilen Code notwendig gewesen.

Ton- und Licht-Effekte

Hinzu kamen Bewegungserkennung und die Echtzeit-Generierung der Toneffekte. So leuchtet sein Schwert bei einer Stechbewegung an der Spitze hell auf oder erzeugt einen Ton, wenn das Schwert getroffen wird. „Wie bei einem echten Schwert eben“, sagt Folz. Und – wie bei „Star Wars“ – wird auch simuliert, wie es aussieht und klingt, wenn das Lichtschwert einen Laserschuss abwehrt.

Vor allem in den USA sei die Szene an Lichtschwerter-Liebhabern sehr groß. Rund 50 Prozent der Personen, die ein solches Stück besitzen, benutzten es zur Dekoration. „Sie erfüllen sich ein Kindheitstraum, weil sie vielleicht Star-Wars-Fans sind und schon immer ein Lichtschwert haben wollten“, berichtet Folz. Er kenne persönlich Leute, die mehr als 100 Schwerter hätten. „Die haben die Wand zugepflastert mit Lichtschwertern.“

Manche kämpfen mit Schwertern

Die übrigen 50 Prozent seien jene, die tatsächlich damit kämpften. „Sie wollen richtig Choreografien machen und studierten sie ein.“ In Nordamerika gebe es zum Beispiel die „Saber League“ (Säbel-Liga), in der Star-Wars-Fans mit Lichtschwertern gegeneinander antreten.

Daher seien die Schwerter auch so stabil, dass man auch mit ihnen „kämpfen“ könne. Die Schwerter von Folz können bald von „Sternkriegern“ aus aller Welt benutzt werden: In wenigen Wochen kommt er mit seiner Lichtschwerter-Elektronik unter dem Firmenname Sabertec auf den Markt.

Interesse aus den USA

Einige Hersteller aus den USA hätten bereits Interesse angemeldet: „Einer der weltweit größten ist gerade dabei, meine Elektronik zu testen.“ Es sei immer sein großer Wunsch gewesen, ein Unternehmen zu gründen mit einem Produkt, das er selbst entwickelt habe.

Ob er selbst Star-Wars-Fan sei? „Ja, ich bin schon Fan, wenn auch kein Hardcore-Fan“, sagt er. Bei den Lichtschwertern habe ihn vor allem die technische Seite interessiert: das Entwickeln von der Hardware und das Programmieren der Effekte.

Verwendete Quellen:
– Deutsche Presse-Agentur

Meistgelesen