Nied in Rehlingen-Siersburg soll wieder Badegewässer werden

Die Gemeinde Rehlingen-Siersburg plant, das Baden in der Nied wieder offiziell zu ermöglichen. Entsprechend definierte Badestellen könnten im Herbst vorliegen. Dafür müssen allerdings bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Doktorant:innen entnehmen die Wasserproben an der Nied. Von links nach rechts abgebildet: (hinten) Prof. Dr. Thomas Stoeck, Joshua Pawlak (1. Beigeordneter der Gemeinde Rehlingen-Siersburg), Reinhold Jost (Minister für Umwelt und Verbraucherschutz) und Iris Mechenbier-Münz (Umweltabteilung der Gemeinde). Bild: Studio Photo-Phant
Doktorant:innen entnehmen die Wasserproben an der Nied. Von links nach rechts abgebildet: (hinten) Prof. Dr. Thomas Stoeck, Joshua Pawlak (1. Beigeordneter der Gemeinde Rehlingen-Siersburg), Reinhold Jost (Minister für Umwelt und Verbraucherschutz) und Iris Mechenbier-Münz (Umweltabteilung der Gemeinde). Bild: Studio Photo-Phant

Pilotprojekt: Nied soll wieder Badegewässer werden

Vor vier Jahren wurde die Nied von der Liste der natürlichen Badegewässer gestrichen. Der Grund: eine Überschreitung bestimmter Grenzwerte, deren Einhaltung für eine Qualifizierung als Badegewässer notwendig sind. Wie die Gemeinde Rehlingen-Siersburg, auf deren Gebiet die Nied in knapp 17 Kilometern Länge fließt, nun mitteilte, soll sich das künftig ändern.

Im Rahmen eines Pilotprojekts sei es das Ziel, das Baden in dem Fluss wieder offiziell zu ermöglichen. Aus diesem Grund habe man unter anderem Gespräche mit dem Saar-Umweltministerium und der Technischen Universität Kaiserslautern gesucht.

Aktuell Messverfahren mit Probeentnahme

In Zusammenarbeit mit den Institutionen werde aktuell ein Messverfahren mit Probeentnahme vor Ort durchgeführt. Die Proben würden anschließend in einem Labor untersucht. „Wir werden jetzt in den Sommermonaten an zahlreichen Tagen an der Nied sein und auch bei Unwetter und starken Regenfällen tagsüber und in der Nacht Wasserproben entnehmen„, sagte der Ökologe Prof. Dr. Stoeck von der TU Kaiserslautern.

In der Probenkampagne werde beobachtet, „wie sich verschiedene Messwerte kurzfristig bei Starkregenereignissen verändern, und wie lange eine Keimbelastung in der Nied anschließend über dem zulässigen Grenzwert liegt“. Mithilfe der gewonnenen Daten soll ein Algorithmus einer Künstlichen Intelligenz trainiert werden, der dann vorhersagt, wann ein Baden in dem Fluss nicht bedenklich ist.

Badestellen im Herbst ausgewiesen?

Sobald die Ergebnisse der TU Kaiserslautern vorliegen, werde die Gemeinde nach eigenen Angaben im Herbst Gespräche mit Beteiligten führen, „um gezielte Badestellen zu definieren„. Man wolle auch Rücksicht auf andere Gruppen nehmen, so etwa Angelsportvereine und Naturschützer:innen. Die Materialkosten für das Projekt belaufen sich auf rund 35.000 Euro, hieß es. Das Umweltministerium bezuschusse das Ganze mit 90 Prozent.

Verwendete Quellen:
– Mitteilung der Pressestelle der Gemeinde Rehlingen-Siersburg, 05.05.2021

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